Projekt Blaubeeren, 25 Grad und Muskelkater

30 04 2010

Und schon sind die ersten fuenf Tage auf Pretty River Valley um … unglaublich wie schnell die Zeit vergeht. Mein Tag beginnt mit einem Kaffee, den ich draussen trinke. Danach wird gefruehstueckt (Bio-Muesli mit frischem Obst) und um halb neun beginnt das „grosse Fuettern“, was in der Regel zu zweit gemacht wird. Zuerst die Rentiere, bei denen man wie bereits gesagt schnell und auf der Hut sein muss. Getreidemuschung plus eingeweichte „Beet Root“ plus Wurmkur plus Wasser. Ich „werfe”die Schuesseln mehr ins Gehege wie das ich sie „stelle“, aus Angst Gandalf nimmt mich auf die Hoerner. Danach geht es den Berg runter zum Stall. Dort bekommen die Pferde einen Heuballen und frisches Wasser, der Stall wir rausgekehrt, Pferdeaepfel werden eingesammelt und die Huehner, die ebenfalls im Stall wohnen bekommen ebenfalls Futter und Wasser. Nach dem „Eiercheck“ schleppt man 4 schwarze Kuebel voll Pferdefutter vom Stall den Berg hoch zu den Koppeln. Auf der grossen Koppel sind zwei Heuballen faellig, was nichtganz ohne ist, denn einer davon muss mitten auf der Koppel in einen Futterstaender und wenn einem 5 Pferde am Heuballen haengen kommt man schlecht vorwaerts. „Hilton“ mein Favorit, bekommt einen der vier schwarzen Kuebel mit Getreide. Auch dies ist nicht einfach, da Frodo jedes Mal mitfressen will. Deshalb steht man in der Koppel und haelt den Kuebel unter Hiltons Schnuffel, so, dass Frodo eben nicht rankommt. Sprich: Man steht mit ausgestreckten Armen um den Kuebel hochzuhalten … und wenn einem ein Kaltblut gegenueber steht … zum Glueck ist Hilton ein absoluter „Gentleman“ und obwohl er der Groesste von allen ist, ist er mein Favorit. Wenn ich zur Koppel hochkomme und ihm rufe kommt er gleich „angeschlendert“ ;o) Nachdem die grosse Koppel „abgefuettert“ ist geht es zur minimal kleineren Koppel, wo ein Hengst und zwei traechtige Stuten 8 „Flakes“ Heu bekommen. Zusaetzlich sind die drei uebrig gebliebenen schwarzen Kuebel faellig. Die Stuten bekommen die Kuebel mit Vitaminpulver, der Hengst bekommt den Kuebel ohne Pulver. Zu dumm, dass der Hengst die ganze Zeit ueber den Stuten ans Pulver will … Danach gibt es fuer beide Koppeln noch frisches Wasser, wobei man den Wasserhahn unten am Haus anstellen muss … und auch wieder abstellen muss. Schliesslich schleppt man die 4 Kuebel wieder nach unten in den Stall, um sie fuer die Nachmittagsfuetterung vorzubereiten. Gelagert wird alles in zwei Kuehltruhen, nicht um es zu kuehlen, sondern um es vor Waschbaeren, Eichhoernchen und sonstigem Getier zu schuetzen. Mit den eingesammelten Eiern geht es wieder nach oben, wo man die Eier dann mit dem Datum beschriftet und sie in den Kuehlschrank packt. So – die Tiere sind versorgt.
Wenn Gaeste im “Inn” ausgecheckt haben heisst es Betten machen und Staub saugen (@Sandra H.: Nein – ich trage dabei kein Haeubchen im Haar). Wenn keine Gaeste auschecken gehe ich in den Garten, wobei der Garten hier keinem deutschen Durschnittsgarten entspricht. Das zum Pretty River Valley Inn gehoerende Land entspricht ungefaehr dem Siebeneicher + dem Langenbeutinger Wengert, das jedoch alles noch einmal mal zwei genommen. Am oberen Hang habe ich im kleinen Weinberg schon Unkraut gejaetet, am mittleren Hang habe ich schon die Himbeeren von Unkraut befreit, im Kraeutergarten habe ich Kraeuter gesucht und im Hauptgarten habe ich schon Salat gesaet (man gab mir die Samen plus ein Massband, damit ich weiss wieviel ein Inch ist – mal sehen ob die hier in 5 Wochen Salat ernten koennen…). Gestern wurde ich mit dem “Projekt Blaubeeren” betreut. Denen gefaellt ihr momentaner Standort nicht und so wurde ich damit beauftragt sie umzusiedeln. Also arbeite ich nach der Fuetterung im Garten, laufe Mittags kurz den Berg hoch um ein Sandwich zu essen und arbeite dann weiter im Garten. Zwischen halb drei und vier werden nocheinmal alle Tiere gefuettert und danach ist auch schon Feierabend.

Heute hatten wir 25 Grad, die sich aufgrund der absoluten Windstille jedoch wie 40 Grad angefuehlt haben. Ich sehe aus wie eine Zuckerstange, nicht suess, sondern rot und weiss gestreift … Meine Haende sehen auf gut Deutsch aus „wie Sau“, denn auf die Wengerarbeit in Niagara folgt nur Gartenarbeit. Disteln, Dornen, widerspenstige Hecken, … Ich habe Muskelkater vom Berg hoch und runter laufen, Heuballen stemmen, Futter schleppen und auf dem Unkraut herum hacken. Doch hey – andere zahlen fuers Solarium und Fitnessstudio. Ich krieg das alles hier umsonst + super gutes und auch noch gesundes Essen, umgeben von Menschen, die nicht nur mega interessant sondern auch tierisch nett sind. Paul Senior ist ein hervorragender Koch und sieht es als Herrausforderung an den Vegetarier am Tisch nicht zu langweilen. Curry mir braunem Reis, Tofu mit Saisongemuese, Vegetarische Pasta, … Am Dienstag wurde ich von Linda ins Kino eingeladen und weil ich so schufte spendiert mir Family Proudfoot am Sonntag oder Montag auch noch einen Tag im Skandinavischen Spa :O))))))))))))))
http://www.scandinave.com/en/bluemountain/

Jetzt – Freitagabend kurz vor neun, nach getaner Arbeit und einem von Paul Senior extra fuer mich zubereiteten Veggie-Burger – sitze ich draussen auf der Veranda, ein „Labatt Blue“ Pils in der Hand, „Mack“ liegt auf meinen Fuessen und ich hoere den Froeschen beim Quaken sowie den Voegeln beim Zwitschern zu. Und die hoeren erst auf zu quaken wenn die Woelfe anfangen zu heulen … und sobald das Rudel anfaengt hat man am ganzen Koerper Gaensehaut.

Was will man mehr?



Hello Pretty River Valley

26 04 2010

Gestern Abend, kurz nach sechs, bin ich beladen wie ein Packesel mit dem Greyhoundbus in Collingwood angekommen. Dort wurde ich von Paul (Sohn von Linda) und Jakob (Wwofer aus Deutschland) in Empfang genommen. Das „Pretty River Valley Inn“ gehoert Linda und Paul Senior Proudfoot, es liegt circa 15 Minuten ausserhalb, mitten im wunderschoenen Nirgendwo. Linda mag man nach spaetestens einer Minute und Pretty River liebt man von der ersten Sekunde an. Nach dem Essen konnte ich nur noch einen kurzen Blick auf die Rentiere werfen, da es bereits dunkel wurde. Was ich fuer Hundegeheul vieler Hunde hielt stellte sich als Wolfsgeheul vieler Woelfe raus …

Der Tag heute fing mit einem Kaffee und French Toast an – Ye Haa! Danach ging es ans Rentiere fuettern, was mir von Libby gezeigt wurde. Rentiere sehen zwar suess aus, sind es aber nicht … um ihnen etwas zu fressen zu geben muss man sie ablenken und man darf ihnen im Gehege nie den Ruecken zudrehen. Genau genommen muss ich schnellst moeglich aus dem Gehege wenn die Tiere zur Futterstelle kommen … doch sie sehen suess aus – und ich sehe es als Herausforderung an in den naechsten drei Wochen schneller zu sein wie „Gandalf“ (das ist der mit dem groessten Geweih).

Die kniehohen Ponys … da hat Nadine mal wieder mehr die Bilder angeguckt, als die Fakten gelesen. Es gibt kniehohe Ponys, doch daneben gibt es auch noch 14 weitere Pferde von denen 2 Stueck sogar Hufe in Muelleimerdeckelgroesse haben … Kaltblueter … Ye Haa! Nadine und Pferde … und schneller zu sein wie ein Pferd? Denke ich werde mir heute Abend den Pferdefluesterer ansehen … vielleicht bringt das ja etwas ;o

Die Huehner sind easy – Tuer auf, Wasser rein, Futter rein und Eier einsammeln. Und die Hunde (2 kleine + 1 Berner Sennenhund) lieben mich und sind super freundlich ;o

Jetzt noch jede Menge Bilder fuer euch, alle heute aufgenommen, bei strahlend blauem Himmel und Sonnenschein …



Bye Bye Niagara on the Lake

25 04 2010

Samstag – der letzte Tag im Wengert :o) Nach der Arbeit haben Mandy und Chris zum Lunch super leckere Sandwiches spendiert. Mandy hatte Indianische Tarotkarten dabei und ich habe die Antilope gezogen, alles was in ihrem Buch zur Antilope stand passte zu mir und es scheint als waere ich auf dem genau richtigen Weg! „The power is yours“ – was will man mehr?

Zum Abschied wurde ich an meinem letzten Abend von den Oppenlaenders in die „Old Winery“ zum Abendessen eingalden. Leckeres Bier, dann leckere Pizza und leckerer Wein :o) Danach ging es auf eine Party, die ich so bisher nur in Filmen gesehen habe. Maenner mit Voll oder Dreitagebart im Blaumann oder im Holzfaellerhemd, Frauen in Eishockey Trikots, ueberall Pickups, ein gigantisch grosses Lagerfeuer, noch mehr Bier und noch mehr Wein. Ich gebe zu, dass ich mich schon gegen 23 Uhr konzentrieren musste um gerade zu stehen. Es war ein wunderschoener Abend und es war richtig schade, dass ich meine Kamera nicht mitgenommen hatte.
Sonntagmorgen wurde ich mit Brezeln verwoehnt 😮 Dann habe ich zwei Stunden lang meinen Rucksack gepackt – mittlerweile habe ich 3 Taschen, grosser Rucksack, kleiner Rucksack und Kameratasche, die ploetzlich nicht mehr in meinen kleinen Rucksack passt. Ich habe mich von den Oppenlaenders verabschiedet und Matthias hat mich zum Busbahnhof gefahren. Und wer wartete da schon um auf Wiedersehen zu sagen? Mandy und Chris … Ich habe mich natuerlich riesig gefreut. Erst im Bus Richtung Collingwood wurde mir bewusst, wie oft ich in den kommenden 11 Monaten vermutlich noch „Goodbye“ sagen muss. Doch gerade wenn einem dies nicht leicht faellt, dann weiss man, dass man Menschen kennen gelernt hat die etwas Besonderes sind. Ich kann garnicht sagen, wie froh ich bin Manfred Rehn auf dem Recyclinghof getroffen zu haben … Denn ohne ihn und Thomas waere ich nie in Niagara on the Lake gelandet, wo ich unglaublich viel Spass gehabt habe! Die Gastfreundlichkeit ist unbeschreiblich, die Arbeit im „Wengert“ habe ich richtig genossen und jede Sekunde war einfach traumhaft :o)



Hells Kitchen

22 04 2010

Dinnertime :o) Chris, Mandys Freund,  hatte ich an dem Sonntag an dem ich mit Mandy unterwegs war schon kurz getroffen, allerdings war es ein NASCAR Renntag und er war ziemlich betrunken :o) Mandy hat mich vorgewarnt, dass Chris gerne Spaesse auf Kosten anderer macht, also dachte ich: Ich komme ihm einfach zuvor. Er war bei der Navy und schon ein paarmal in Deutschland. Er selbst hat mir in betrunkenem Zustand erzaehlt, dass er eine Nacht im Gefaengnis verbracht hat, weil er in Kiel (betrunken) die Deutschland Fahne vom Rathaus geklaut hat.  Also kam ich, als Zeichen des Friedens, mit deutschem Bier und einer kleinen Deutschlandflagge fuer den Kuehlschrank :o)

Mich erwartete ein 3 Gaenge Menue, mit selbstgemachter Salsa als Vorspeise. Chris hielt mir Nachos zum Dippen hin. Ich fragte ihn vollkommen ernst: „Sind die Tomaten auch koscher?“ Seine Augen wurden gross, er schielte zu Mandy, so auf die Art: „Du hast nur Vegetarier gesagt, nichts von koscher …“ Also setzte ich noch einen drauf: „Ich dachte du warst schon ein paarmal in Deutschland, dann muesstest du doch eigentlich wissen, dass Deutsche nur koscheres Essen essen …“   Chris faengt an zu schwitzen, nervoes zu werden, in der Kueche herum zu fuchteln. „Es sind Bio Tomaten“, stellt er hoffnugsvoll fest und wirf einen Blick auf das ganze Essen, das er zwei Tage lang vorbereitet hat. „Aber Bio ist nicht das selbe wie koscher“, klaere ich ihn mit noch immer vollkommen ernstem Gesicht auf. Mandy steht laengst in der Ecke um vor sich hin zu lachen, Mitbewohner Ruty grinst auch schon vor sich hin. Schliesslich muss auch ich lachen. „Ich verarsch dich nur, Chris …“ Daraufhin er: „Oooh … you fucking smart ass …“ Wir essen also Salsa und Chris kocht weiter – offene Kueche, er flucht vor sich hin und jedes dritte Wort beginnt mit „F“. Ich fange an ihn Gordon Ramsey zu nennen, daraufhin beginnt jedes zweite Wort mit „F“, was den durch die offene Kueche erzeugten „Hells Kitchen“-Effekt nur noch mehr verstaerkt.

Hells Kitchen

Hells Kitchen

Zwischendruch sitzen wir auf der Veranda und trinken ein Bier. Darauf folgt die Hauptspeise: Pasta mit selbstgemachter Tomaten/Paprika/Kaese Sosse und gegrillten Zucchini, Artischokken und Auberginen. Die beste selbstgemachte Pasta die ich je gegessen habe, dazu unglaubliches Kaese/Knoblauch Baguette, auch selbst gemacht. Chris stellt eine Rolle Klopapier auf den Tisch: „Ich habe leider vergessen Servietten zu kaufen.“ 😮 Sie fragen mich wo ich als naechsate hingehe und Chris verarscht mich, indem er mir erzaehlt in diesem Gebiet liegt noch Schnee. Nach dem Hauptgang fragt er mich: „Hast du eine Jacke dabei?“ Ich nicke. „Sonnenbrille?“ Ich nicke erneut. Zwei Minuten spaeter habe ich meine Jacke an, meine Sonnenbrille und einen Helm auf, und stehe in der Hofeinfahrt vor einer ohrenbetaeubend lauten Harley Davidson. Als ich aufsteige nehme ich mir vor nicht zu schreien, nur 10 Sekunden spaeter schreie ich mir die Seele aus dem Leib. Aus meinem entspannten festhalten wird ein panisches Klammern, ich frage mich wirklich ob ich gerade dabei bin Chris ein paar Rippen zu brechen und wie lange es wohl dauert bis ich einfach hinten von der Maschine falle. Fuer jedes Auto vor uns bin ich dankbar, da es Chris bremst. Jedes mal wenn er freie Fahrt hat und Gas gibt spuere ich wie sich meine Fingernaegel in seine Lederjacke bohren. Und Chris? Der lacht sich tot, faehrt in atemberaubenden Tempo Schlangenlinien und zahlt mir die „koscheren Tomaten“ doppelt und dreifach heim. Was mir erst erzaehlt wird als wir zurueck kommen: Chris war einst Strassenmaschinen Rennprofi und man nannte ihn „Chrash“.

Payback time

Payback time

Meine Knie fuehlen sich noch immer weich an, nachdem ich schon 10 Minuten auf festem Boden stehe. Dann hoere ich das Blubbern und der Camaro kommt. Doug, der eine Strasse weiter wohnt, faehrt mich spazieren, ich sitze im Original 70’er Camaro und grinse vor mich hin. Als wir wieder am Haus ankommen frage ich Doug, ob es ok ist wenn ich einfach im Auto bleibe, ab und zu etwas Wasser und Brot und ich bin gluecklich, er wird nicht einmal merken, dass ich da bin. Er lacht, zumindest bis er feststellt, dass ich tatsaechlich nicht aussteigen will.

Camaro

Camaro

Es ist Chris selbstgemachtes Dessert das mich schliesslich aus dem Auto lockt. Selbstgemachte Wafflen mit Vanilleeis, Schlagsahne und Erdbeeren.

Best waffles!

Best waffles!

Danach bin ich im wahrsten Sinne des Wortes „vollgefressen“ und zudem vollkommen zufrieden. Der ganze Abend war eine Mischung aus Hells Kitchen und Hells Angels, es wurde jede Menge gelacht und ich kann mir jetzt ein T-Shirt drucken lassen: „I survived Chris Murray.“ (Ich habe Chris Murray ueberlebt.)

Missglueckter Selbstausloeser - Rusty, Chris, Mandy und ein Teil von mir ...

Missglueckter Selbstausloeser - Rusty, Chris, Mandy und ein Teil von mir ...



Perfekter Tag

18 04 2010

Heute habe ich so viel Schoenes gesehen und so unglaublich nette Menschen getroffen, dass dieser Sonntag schlichtweg perfekt war … als ich aufgestanden bin hat es nach Regen ausgesehen, doch selbst das Wetter hat mitgespielt! Alle Bilder unter Bilder / Pics Canada -> Perfect Day

Mandy hat mich gegen elf Uhr abgeholt und unser erster Stop war ein Flohmarkt. Schon auf dem Parkplatz war ich beinahe am Ausflippen – da wir direkt neben einem alten Camaro SS geparkt haben. Ich habe natuerlich sofort die Kamera gezueckt und in genau diesem Moment kam auch schon der Besitzer angelaufen. „Am I in trouble?“ („Stecke ich in Schwierigkeiten?“) grinst er, da ich nur mit offenem Mund auf sein Auto zeige. „She is German“, erklaert Mandy, woraufhin der Mann mir die Schluessel entgegenhaelt. „Wanna take a ride?“ Und was mach ich Depp, anstatt einfach die Schluessel zu nehmen und einzusteigen? Ich sage dem Mann, dass ich nicht wieder zurueck kommen wuerde und sofort das Land verlassen wuerde … Der Flohmarkt war „anders“, da hauptsaechlich Auto-Ersatzteile auf den Verkaufstischen lagen, komplette Motobloecke auf dem Boden standen oder Motorhauben sowie Kotfluegel von Klassikern verkauft wurden. Dies erklaerte auch, warum Mandy und ich die einzigen Frauen waren :o)

Camaro SS

Camaro SS

Unser naechster Stop war „Chocolate F/X“, ein kleiner Laden in dem nur Schokolade verkauft wird. Fuer mich ein Paradies … mit einer Theke an der man jede Sort versuchen durfte … „Welche schmeckt dir?“, fragt Mandy und nur eine Sekunde spaeter steht sie auch schon an der Kasse und kauft mir Schokolade. Ich verlasse den Laden also mit einer braunen Papiertuete !!!!(Insider werden dies verstehen) Danach halten wir bei Mandy’s Exmann, mit dem sich sich das Sorgerecht fuer zwei Labrador teilt. Blue und Taffi, Liebe auf den ersten Blick. Hunde sind einfach gut fuer die Seele und das Spielen im Vorgarten hat meine Hunde-Entzugserscheinungen etwas gemildert.
Danach ging es zum Niagara Glen, die Aussicht war gigantisch, doch leider hatten wir zu wenig Zeit um den Trail in die Schlucht hinunter zu hiken. Beim Ausparken haben wir (vor lauter Quatschen) einen Pickup uebersehen und voll gerammt … naja, er war ja auch nur Einfamilienhausgross und stand ja nur genau hinter uns … Doch hier regt man sich ueber so etwas nicht auf, man steigt lediglich kurz aus, sieht sich die Kratzer und Dellen an, lacht, schuettelt ueber sich selbst den Kopf und faehrt dann weiter …
Und genau das haben wir getan, wir sind weiter gefahren, vom Lake Ontario zum Lake Erie. Dort, an Pleasant Beach, war es unglaublich schoen … Und was kann man schon mehr wollen, als bei dieser Aussicht mit Bier und Salat zu picknicken? Schaut euch die restlichen Bilder unter Bilder an, die sprechen fuer sich.

Pleasant Beach, Lake Erie

Pleasant Beach, Lake Erie

Und was entdecke ich auf dem Weg zu Freunden von Mandy? Einen Dirttrack!!!! (Insider werden verstehen, warum ich beinahe ausgeflippt bin) Mandy hat natuerlich sofort gewendet und wir sind zum Dirttrack. Da das Rennen aber fast vorbei war und wir dennoch 20 Bucks haetten blechen muessen, haben wir nur durch den Zaun gespickelt. Schon cool, wie die da im Dreck herum driften :o) POWERSLIDE – Hacke- Spitze – Himmel und Hoelle laestt gruessen :o))))
Mandys Freunde haben ein 200 Jahre altes Haus, fast mitten im Nirgendwo. Keine Nachbarn, ein riesen Grundstueck, Rockmusik die aus der Garage schallt. Im Haus passt nichts zusammen und trotzdem waere ich sofort eingezogen. 50 Zentimeter breite Holzdielen, offener Kamin in jedem Zimmer, Deckenbalken so dick wie Brueckenpfeiler, Wohnkueche mit 6 verschiedenen Stuehlen … Vor dem Haus ein Feuer, wahllos zusammen gewuerfelte Gartenmoebel und zwei voellig verdreckte Quads, inklusive einem voellig verdreckten Mann dem der Matsch sogar hinter den Ohren haengt. Jesse, sein Sohn (11 Jahre alt und eines Tages NHL Hockey Spieler) musste ihn aus einem Schlammloch ziehen. Ich will mein Bier mit dem Feuerzeug oeffnen, doch ich werde aufgehalten. Man bringt mir einen speziellen Flaschenoeffner – siehe Bilder. Nach dem Bier geht es mit den Quads zu Kanadas aeltestem Ahornbaum. Die Fahrt ist wild :o) Mitten durchs Gelaende :o)))) Der Baum ist der mit Abstand groeste Baum den ich je gesehen habe, doch die Baeume im Westen Kanadas (British Columbia) sollen noch bis zu fuenfmal groeser sein … Danach gibt es nochmal ein Bier und ich bekomme eine Autogrammkarte von Jesse Burger – ich soll die Profi Liga beobachten, denn da spielt der „Kleine“ in spaetestens 8 Jahren.
Wir kommen wieder am Lake Ontario an und schauen uns noch einen kleinen Hafen an, Port Delhousie. Wunderschoen und im Sommr garantiert ein Traum. Mandy zeigt mir ihr Boot, dann das ihres Freundes … wow … Auf dem Heimweg halten wir noch kurz bei Mandy an, ihr Freund und ein Kumpel sitzen auf der Terasse und trinken ein Bier. Oder zwei … Innerhalb von 2 Minuten laedt mich ihr Freund fuer naechste Woche zum vegetarischen Dinner ein, eine Minute spaeter habe ich auch noch eine „a ride“ Verabredung auf der gigantischen Harley Davidson vom Kumpel und dann wohnt die Strasse runter auch noch einer mit nem 69er Camaro, der mich wenn ich zum Dinner zu Mandy komme dann gerne mal in seinem Auto mitnimmt …
Es war ein perfekter Tag und ich freue mich schon auf das Dinner naechste Woche :o)



I’m walking … Part II

15 04 2010

Heute war der mit Abstand waermste Tag seitdem ich in Niagara on the Lake (NotL) bin, 21 Grad und T-Shirt Wetter :o) Sowohl Mandy als auch ich schaffen mittlerweile 4 Reihen am Tag, zwei am Morgen und zwei nach dem Lunch. Wir brauchen nicht einmal mehr eine Uhr, eine Reihe entspricht zwei Stunden, kurz vor Mittag kommt der Postbote und wenn der Schulbus vorbei faehrt ist es ziemlich genau halb drei. Nach der Arbeit wollte ich noch einkaufen gehen. Man haette mich gefahren, doch ich wollte keine Umstaende machen (typisch deutsch, das muss ich mir noch abgewoehnen) und ausserdem laufe ich seit neustem ja gerne … Country Tyme Vineyards liegt ziemlich am Ende von Line 3 und die Lines sind ganz am Ende durch eine Querstrasse miteinander verbunden (alles schoen rechteckig) soviel weiss ich ja mittlerweile. Und irgendwo die Querstrasse runter hatte ich vom Auto aus ein paar Geschaefte gesehen. Also habe ich meinen Rucksack geschnappt (den Kleinen) und bin los gelaufen. Man enttarnt sich schon allein dadurch als „Nicht Kanadier“, dass man laeuft … Da haelt schon einmal eine Granny im V8 Truck (zu deutsch: eine Omi im grossen Pickup) und fragt: „Honey you look tired – you need a ride?“ Sprich: „Schaetzchen du siehst muede aus, soll ich dich ein Stueck mitnehmen?“ Klasse – ich hatte gerade geduscht und war der Meinung ziemlich frisch auszusehen :o) Natuerlich habe ich noch kurz mit der Granny geplaudert und ihr erklaert, dass ich gerne laufe. (Ja, ist ja gut, ich gebe es zu … vermutlich waere ich eingestiegen wenn ein Holzfaeller im Karohemd und Dreitagebart am Steuer gesessen haette.)
Als ich in der „Stadt“ bei den Geschaeften angekommen bin (ungefaehr in der Hoehe von Line 1) war ich relativ irritiert. Was bei uns zuhause polnische Erntehelfer sind, sind in NotL Mexikaner und Jamaikaner (gute Kombi – ich sage nur Tequila und Dope). In, vor und um die Geschaefte herum wimmelte es nur so von Mexikanern und Jamaikanern, auf Fahrraedern, auf Ladepritschen, in Vans und in alten Trucks. Mittlerweile weiss ich, dass die Arbeiter hier donnerstags bezahlt werden und dann erst mal shoppen gehen. Heute ist Donnerstag … Die Supermaerkte hier ueberfordern mich ohnehin schon durch die unglaubliche Auswahl und Dinge, die ich noch nie gesehen habe und nicht kenne. Ich brauche so schon eine halbe Stunde um mich fuer ein Shampoo zu entschieden (obwohl ich eigentlich ein relativ schneller Einkaeufer bin), wenn dann auch noch alle zwei Sekunden ein Jamaikaner vorbeitigert „What’s uuuuup …?“ oder ein Mexikaner „Como estas …?“ Ich war laenger in Supermarkt als ich es beabsichtigt hatte (fuer Shampoo, Spuelung, Bodylotion und Kaugummis), denn als ich wieder heraus kam daemmerte es schon. Wenn dann auf dem Supermarktparkplatz die Schiebetuer eines Vans aufschwingt und 5 Jamaikaner heraus grinsen („You need a ride?“), dann laeuft man schon mal schneller, um im Haus zu sein bevor es ganz dunkel ist … (Keine Panik Mama, ich war zuhause bevor die Sonne am Horizont verschwunden war). Das naechste Mal nehme ich ein Fahrrad und gehe mittwochs einkaufen … :o)



Bauernbraeune / Farmers Tan

14 04 2010

Viel zu warm fuer die Jahreszeit – sagen zumindest die Einheimischen hier. Ich hingegen finde es klasse, den ganzen Tag bei blauem Himmel, 16 Grad und Sonnenschein draussen zu arbeiten. Durch den frischen Wind der vom See her kommt ist es zu kalt um ohne Fleecejacke raus zu gehen, doch mit Jacke ist es genau richtig. Die kanadische Bauernbraeune unterscheidet sich von der deutschen wohl darin, dass man nicht bis zu den T-Shirt Aermeln braun ist, sondern lediglich bis zu den Handgelenken. Jep – ich habe wirklich verbrannte Handruecken … und heute stand ich mit einem John Deere Baseballcap in den Weinbergen, da auch mein Gesicht schon einiges zu viel an Sonne abbgekommen hat. Wenn ich Niagara on the Lake wieder verlasse werde ich aussehen als ob ich in Miami gewesen waere – zumindest solange ich meine Jacke nicht ausziehe. Meine Haende sind nicht nur rotbraun, sondern zudem auch vollkommen zerkratzt, als haette ich mit einer wirklich boesen Katze gekaempft. Und wenn einem so ein daumendicker Ast mal aus den Haenden rutschen und dann voll fiess auf die Nase schnalzt, dann hat man schon mal kurz Traenen in den Augen. Doch das alles lohnt sich, die Gegend hier ist einfach zu schoen um sich ueber ein paar Kartzer zu beschweren, die Leute sind viel zu nett um ueber einen Sonnenbrand nachzu denken und es macht zu viel Spass draussen zu arbeiten um ueber schmerzende Finger zu klagen :o) Ausserdem arbeite ich seit Montag auch nicht mehr alleine, sondern mit Mandy. Saucool, Kanadierin, Ende vierzig, liebt Rock, faehrt eine Harley oder einen lilafarbenen Pickup und hat zwei Labaradors, sprich: Sypmathiepunkte ohne Ende. Und das beste von allem: Sie wird mir am Sonntag ein bisschen die Gegend zeigen – Ye Haa :o)

Way too warm for the season – well … thats what the locals say. I love to be outside the whole day and work with clear blue sky, 16 Degrees and a lot of sunshine. Through the fresh breeze which comes from the lake it is too cold without a fleecejacket, but with the jacket it is just perfect to work. The difference between the canadian farmers tan and the german might be that your only tanned up to your wrists and not to the t-shirt sleeves. Jep – the back of my hands are burnt … and today I worked with a John Deere BBCap cause my face got way too much sun already. When I will leave Niagara on the Lake I will look like I`d had been in Miami – as long as I don`t take off my jacket. Also my hands look like I’d wrestled a really mean cat. And if you try to tie a thumb thick vine and it snaps back right on your nose you can’t hold back the tears … But it is worth all that, the area is too beautiful to complain about some scratches, the people are too nice to even think about a sunburn and it way too much fun to work outside to whine about sore fingers :o) And since Monday I have company in the vineyard. Mandy, damn cool, Canadian, in her Forties, drives either a Harley or a purple Truck and has two Labaradors -> lots of pluspoints in sympathy. And the best: she will pick me up on Sunday to show me around a few good spots – Ye Haa :o)



I’m walking …

11 04 2010

Sonntagmorgen, 9 Uhr, ein kurzer Blick aus dem Fenster genuegt und es ist klar: Bei diesem Wetter im Haus bleiben geht garnicht! Also schnell Kaffee trinken, Jacke an und Kamera in den Rucksack. Wie komme ich nach Niagara-on-the-Lake? Oooh, das ist weit …. Egal, ich laufe gerne … Es ist wirklich sehr weit …. Schliesslich setzt Matthias mich am Niagara River Boulevard ab, der direkt am Niagara River entlang fuehrt. Der Niagara River wiederum fliesst vom Eriesee in den Ontariosee und ist gleichzeitig die Grenze zwischen Kanada und den USA, ich schlender also am Fluss antlang und sehe die ganze Zeit ueber beide Laender. 18 Grad, strahlend blauer Himmel und eine gigantische Aussicht. Radfahrer und Fussgaenger kommen mir entgegen und sagen ausnahmslos Hello oder Good morning … Irgendwann lande ich auf einer Parkbank, sitze in der Sonne, mit Blick ueber den Fluss und geniesse das Wetter. Ploetzlich knackt es direkt neben mir im Unterholz. Auch wenn es in dieser Gegend keine Baeren gibt nimmt man so ein Knacken anders wahr wie zuhause in Deutschland. Nur eine Sekunde spaeter schiesst auch schon ein (wilder!) Truthahn aus dem Gebuesch, mit der Spannweite einer Cessna – ich frage mich wie so ein Monster von Truthahn ueberhaupt noch in die Luft kommt und warum meine Kamera immer dann im Rucksack ist wenn ich gerne auf den Ausloeser druecken wuerde.
Der restliche Spaziergang nach Niagara on the Lake verlaeuft entspannt, irgendwann komme ich in dem kleinen Steadtchen mit historischen Charme an, goenne mir ein Eis, sitze im Park, spiele mit einem wildfremden Hund (ein Monsterteil von Weimaraner!)Frisbee und geniesse weiterhin das Wetter. Die Zeit vergeht und ich habe die Wahl – entweder zu einer Kellerei laufen in der Matthias Tochter arbeitet, die mich dann in ihrem Auto mitnehmen wuerde – oder den kompletten Weg zurueck laufen. Es ist noch frueh, gerade mal drei Uhr, noch immer Bombenwetter und ich entscheide mich zu laufen. :o)
Im Nu, so fuehlt es sich zumindest an, bin ich an der Stelle, an der Matthias mich morgens abgesetzt hat. Dann kommt die Abzweigung zur Line 1 – ich weiss, ich muss in die Line 3 einbiegen. Es dauert bis Line 2 kommt und ich bin erleichtert als ein gutes Stueck spaeter Line 3 auftaucht. Da Matthias mir morgens die Kellerei gezeigt hat und wir nicht die Line 3 entlang gefahren sind, dauert es zirka eine halbe Stunde, bis mir klar wird wie lang die Line 3 ist. Ich laufe … und laufe … und laufe … und muss immmer wieder an den Duracell Hasen denken. Die Strasse ist kerzengerade und ich kann meilenweit sehen, doch ich sehe meilenweit kein Country Tyme Vineyards … oder irgend etwas was mir bekannt vorkommt. Ich laufte weiter … und weiter … und weiter … Wenn man sehr weit sehen kann und alles gerade ist, dann kommt es einem wirklich so vor als wuerde man sich kaum von der Stelle bewegen. Vielleicht war es doch Line 2? Kanadier, die gerade auf ihrer Veranda beim Sonntagskaffee sitzen, mustern mich kurz irritiert, laecheln dann aber, winken und rufen sogar quer durch den Vorgarten ein freundliches „Hello“ … Ich kann ihnen ansehen, dass Fussgaenger in der Line 3 eine Seltenheit sind … Und dann, endlich, kommt Country Tyme Vineyards in Sicht! Na also – ich bin doch in der richtigen Line :o) Und eines steht fest: Ich werde heute Nacht schlafen wie ein Baby …



Hello Niagara on the Lake

10 04 2010

Mitten in der Weinregion Niagara befindet sich „Country Tyme Vineyards“ von Matthias und Monica Oppenlaender – ein 160 Hektar Weingut mit einem kleinen Bed & Breakfast. Wie schon einmal kurz in meinem Blog erwaehnt habe ich die Adresse einem Zufallstreffen auf dem Waldbacher Recyclinghof zu verdanken – und da bis zur Rentierfarm eine zwei-Wochen-Luecke klaffte habe ich einfach mal angerufen. Nach zwei relativ kurzen Telefonaten mit Matthias Oppenlaneder war eigentlich alles geregelt und gestern bin ich auch schon mit dem Greyhound Bus (ich bin Greyhound Bus gefahren!!!) hier angekommen. Als mir mein Zimmer fuer die naechsten zwei Wochen gezeigt wurde war ich kurzfristig sprachlos, denn ich hatte nich erwartet im „Burgunder Zimmer“ zu wohnen (siehe Bilder). Nach 16 Tagen 6-Bett Zimmer nun ein eigenes Zimmer mit eigenem Badezimmer zu haben ist unbeschreiblicher Luxus … Ich habe geschlafen wie ein Baby.

Niagara on the Lake hat einen gewissen Falcon Crest Charakter – Weinberge so weit das Auge reicht,
unglaublich viel Gruen, Fackeln-im-Stum-Anwesen, Country Club, Glof Plaetze, … Mein neuer Arbeitsplatz fuer die naechsten zwei Wochen :o) 7:45 sollte ich startklar sein und war es auch – kurz darauf wurde ich auch schon im „Wengert“ „ausgesetzt“. An drei Reben wurde mir gezeigt wie ich die Aeste hochbinden muss, dann wurde ich noch drei Reben lang beobachtet und schon war ich auf mich allein gestellt. 14 Grad, strahlend blauer Himmel, kalter Wind der mich fuer meine gute North Face Jacke dankbar sein laesst, Natur pur und mir wird klar: Du stehst gerade in Kanada, beinahe in Hoerweite der Niagarafaelle und bindest Weinreben hoch … Glaubt mir, da ueberfaellt einen das grosse Grinsen ganz automatisch … Ich war den ganzen Tag im „Wengert“, der hier zum Glueck fatzeben ist, bin zum Lunch kurz zum Haupthaus zurueck gelaufen und danach wieder raus um weiter zu arbeiten. Es hat Spass gemacht, auch wenn mein Ehrgeiz etwas leidet, da ich fuer zweieinhalb Reihen einen ganzen Tag gebraucht habe! Doch es lief von Rebe zu Rebe besser, man kriegt ein Gefuehl dafuer wie man „hinlangen“ muss und wird dann auch ganz automatisch schneller. Ich muss zugeben, dass mir ganz schoen die Finger weh tun … Dennoch freue ich mich schon auf Montag! Nach zehn Jahren Bueroarbeit und 16 Tagen Grossstadt ist es super schoen den ganzen Tag an der frischen Luft zu verbringen. Und bei der Aussicht hier …

„Country Tyme Vineyards“ is a almost 400 acres vineyard and a bed & breakfast, run by Matthias and Monica Oppenlaender, located in the heart of Niagara’s wine region. As already mentioned I got this address coincidental – but as there was a 2 week gap till I can go to the reindeers so I called the Oppenlaenders. After two short talks on the phone all was set and I arrived yesterday with a Greyhound bus. As they showed me my room for the next 2 weeks I was speechless, cause I did not expected to stay in the „Burgundy Room“ (see pictures). After 16 days in a 6 bed dorm it feels undescribable luxurious to have a private room including a bathroom! I slept like a baby ….

Niagara on the Lake has some kind of Falcon Crest Charakter – Vineyards as far as you can see, a lot of green, Patrick Swayze North and South Houses, Country Club, Golf , … My new working place for the next 2 weeks :o) I was told to be ready at 7:45 am – and I was. I got a short introduction how to tie the knobs of the vine – was supervised for three vines and then they left me on my own :o) 14 Degrees, clear blue sky, cold wind which made me thankful for my good North Face Jacket, surrounded by Nature and I realized: I am in Canada, so close to the Niagara Falls that I almost can hear them, and I tie vine … Believe me, the big smile comes automatically … So I spent the whole day in the vineyard, which luckily is flat and not steep as in Germany, walked back to the main house for lunch and went back to the vineyard again to go ahead with my work. It was fun, even if it was hard to accept, that I needed the whole day for two and a half rows! But it went better from tie to tie, I figured out how to hold my tools and the vine and I will get faster by the days. I have to admit, that my fingers feel sore … Anyway I look forward to Monday! After 10 years sitting in the office and 16 days in the city it is super nice to spend the whole day outside! And the view is awesome …



Bye Bye Toronto!

9 04 2010

Der letzte Tag Toronto … :o) Mareike bricht Richtung Montreal auf und ich Richtung Niagara – beide Busse gehen 16:30 und wir koennen es beide kaum erwarten aus der Stadt raus zu kommen. Endlich mehr von der Landschaft sehen und raus aus der Stadt – Ye Haa! Nicht, dass Toronto nicht schoen ist, doch nach zwei Wochen hat man so „ziemlich alles“ gesehen und als „Landei“ ueberfaellt einen regelrecht das Verlangen nach viel Gruen und ruhigen Strassen. Und irgendwie fuehlt es sich an, als wuerde das „richtige“ Abenteuer heute erst starten. Dies liegt vermutlich daran, dass 90% im Hostel aus Deutschland kommen … und man nie auf sich allein gestellt ist. Die erste Herausforderung des Tages bestand darin den Rucksack zu packen. Ich habe es geschafft in meinem 70 Liter Backpack an die 90 Liter zu stopfen – und in meinem kleinen 20 Liter Rucksack duerften sich an die 40 Liter befinden. Meine viel zu dicker Reisefueher passt weder in den einen noch in den anderen Rucksack und ich bin mir noch nicht sicher ob ich ihn weiterhin mit mir herum schleppen werde. Momentan liegt er neben mir auf der Hostel-Couch – wo ich ihn im Notfall auch zurueck lassen werde. Nach zwei Tagen Regen sieht es erneut nach Regen aus. Die zweite Herausforderung wird heute darin bestehen, mit den 90 + 40 Litern quer durch die Stadt zum Busbahnhof zu laufen. Ob ich in Niagara on the Lake Internet haben werde weiss ich nicht, deshalb kann es sein, dass ihr erst wieder etwas von mir hoert wenn ich bei Rudolf ankomme (also in gut zwei Wochen). Drueckt mir die Daumen, dass Niagara wunderschoen wird :o)

Last Day in Toronto … :o) Mareike heads to Montreal – I head to Niagara – both buses will leave 4:30pm and we both can`t wait to get out of the city. See more of the countryside – Ye Haa! Toronto is nice, but after more than two weeks you have seen „almost everything“ and as some kind of „county bumpkin“ I yarn for seeing some green and quiet streets. It feels like the „real adventure“ will start today. Maybe because 90% in the Hostel are German and your never completely on your own. First challenge of the day was packing – I managed it to get 90 liter in a 70 liter backpack. And in my small 20 liter backpack there might be about 40 liter. My way too big tourist guide didn’t match in one of my bags and I am not sure if I will keep it. Right now it lies right next to me on the hostel couch – maybe I will just „forget“ it right there when I leave. After two rainy days it looks rainy again. Second challenge of the day will be the walk to the bus station, across the city, with 90 + 40 liter. I am not sure if I will have Internet access in Niagara. Maybe I can write first again when I arrive at Rudolph’s place (in about 2 weeks) Cross your thumbs, that Niagara will get awesome :o)