Abwaerts Spirale

27 08 2011

Sorry! Sorry fuer 2 volle Monate groebste Blog-Vernachlaessigung! Es ist nicht so, dass hier nichts passiert ist …. Doch wenn man einmal schlampert haeuft sich immer mehr an was man noch bloggen muss und schon befindet man sich in der abwearts Spirale … „Muss noch meinen Blog schreiben … aber es ist so viel … ich mach es morgen … “

Okay – heute ist jetzt endlich morgen! Ich werd mich jetzt ransetzen und „zurueck datiert“ bloggen! Zum Glueck habe ich meine Bilder mit Datum, sonst wuerde ich das alles garnicht auf die Reihe bekommen. Doch ich fang jetzt an, mit dem 1. Juli und Feuerwerk, ueber Mitte Juli als Janine zu Besuch kam (Yea Haa!) bis hin zum letzten Wochenende wo ich Hochzeits-Fotograf gespielt habe! Ihr muesst euch halt von unten nach oben vorlesen um die richtige Reihenfolge zu haben. Sorry!

Zum Glueck hab ich jetzt 2 Tage frei und Zeit …

P.S.: Ilona – du wirst viel Kaffee brauchen 😉



Die Hochzeit

21 08 2011

Mein Wecker klingelte um 4:30 Uhr, um 6 Uhr fuhr ich los. Google hat mir gesagt es dauert 2 Stunden bis an den Lake Cowichan, wo das Brautpaar wohnt, doch es dauerte nur 1 1/4 Stunden und ich war 45 Minuten zu frueh da. Doch wie das bei einer Hochzeit so ist: Es ist immer jemand zu spaet oder etwas fehlt oder wurde vergessen – Stress ist vorprogrammiert und ich war ja eh schon seit Tagen angespannt und wollte es nur noch hinter mich bringen …

Die Hochzeit an sich war gelpant wie im Film – oder so hab ich mir das zumindest vorgestellt. Brautpaar, 5 Brautjungfern, 5 Baeutigammaenner (? auf English Usher) – was man hier alles zusammen die „wedding party“ nennt. Dann gab es noch 160 geladene Gaeste, Trauung am Meer, Rueckfahrt mit der Stretch-Limo und abschliessend Abendessen und Feier in weissen Zelten im eigenen Garten.

Zuerst ging es los in zum Friseur, wo Braut + die 5 Brautjungfern zurecht gemacht wurden (die Braut war zu spaet dran und fuhr wie ein Henker – ich hatte Todesangst auf dem Ruecksitz ;)). Von dort aus wurde ich ins Maenner-Haus gefahren, wo die Jungs sich angezogen haben. Dann ging es zurueck ins Maedchen-Haus, wo die Maedels sich angezogen haben.Von dort aus ging es mit Oldtimern an den Strand, dort fand die Trauung statt.  Danach wurden schnell Bilder gemacht, damit die „wedding party“ endlich ihre Zigarren anzuenden und den Champagner koepfen konnten. Ich musste alle „typischen Hochzeitsbiler“  in gerade einmal 30 Minuten durchziehen. Da vor allem die Jungs schon seit frueh morgens am trinken waren, war es nicht gerade einfach sie aufzureihen und dann auch dort zu halten. Doch irgendwie hat es funktioniert 😉 Ach ja – hab ich schon erwaehnt, dass dieser Samstag der heisseste Tag in diesem bisherigen jahr war?

Was danach kam traf mich total unerwartet. Ich hatte mit einer Stretch-Limo fuer das Brautpaar gerechnet – doch es kam ein Stretch-Truck fuer die komplette „wedding Party“ – und mich. Zack sass ich in der Party-Limo. Und wir sind nicht zum Haus zurueck gefahren – sondern in der Gegend herum, fast 3 Stunden lang … Es wurde sogar an einer Bar angehalten (15 Uhr) um Kurze zu trinken – und am Bierladen, weil der Champagne ausging (15:30 Uhr)… ach ja – und an der Tankstelle, weil der Braeutigam eine CD fuer die Limo kaufen wollte … Leute ich sag euch, ich habe Dinge in dieser Limo gesehen, die ich mein Leben lang nicht vergessen werde. Die Bilder kann und will ich nicht hochladen … und dabei dachte ich, ich haette schon exzessive Partys erlebt – falsch gedacht sag ich da nur…

Die Party im „backyard“ (Garten) ging etwas gediegener zu. Zumindest bis circa 23 Uhr. Ich habe von 7:30 am Morgen bis 22:30 am Abend 2.000 Bilder gemacht. Viele doppelt und dreifach, wenn nicht fuenffach, um sicher zu gehen, dass mindestens eins von der jewiligen Situation etwas wird (ja – ich hatte Panik es zu versauen). Man traut sich nicht mal aufs Klo zu gehen, da das Brautpaar ja den Hochzeitskuchen anschneiden koennte oder irgend jemand eine Ueberraschung aus dem Hut zieht. Und wenn der Kuchen dann endlich angeschnitten wird kaempft man gegen die Daemmerung und MUSS mit Blitz fotografieren (ich hasse Blitzlichbilder) – und dann entdeckt man Menschen neben einem mit dreimal so grossen und viermal so teuren Kameras wie meine … Klasse – ich wurde ja auch nur per Ansage allen als „Die Hochzeitsfotografin aus Germany“ vorgestellt … „Nein!“ haette ich am liebsten geschrieen, „ich wohne in Qualicum Beach und arbeite auf einer Alpaca Farm!“

Wie auch immer – ich hab es ueberlebt und dem Brautpaar an die 600 Bilder uebergeben mit denen ich zufrieden war. Sie waren es auch 😉 Und ich hatte nicht nur Stress – ich hatte auch Spass und hab viel gelacht. Dennoch, eins steht felsenfest: Egal war fragt, egal wieviel Geld im Spiel ist und egal wie einfach es sich anhoert – ich werde NIE, NIE wieder Hochzeits-Fotograf spielen. Ruft mich an wenn ihr ein „destroy the dress“ shooting machen wollt und ich bin dabei – aber eine Hochzeit? NOPE!

Hier ein kleiner Auszug vom ganzen Tag:



Zurueck im Textilgeschaeft

20 08 2011

Die letzten zehn Arbeits-Tage habe ich im „Drucker-Raum“ verbracht. Dort steht saemtliches Equipment rum, von dem keiner wusste wie es benutzt wird. Hitzepressen, Plotter, Robo-Cutter, Computer Sketch-Pads, …

The heatpress
The heatpress

Da die „Vancouver Island Exhibition“ vor der Tuer stand, auf der wir einen Alpaka Stand haben werden wie im letzten Jahr, wurde ich beauftragt heraus zu finden wie man Tassen, BB Caps und T-Shirts bedruckt und beflockt. Doch zuerst einmal musste ich einen Tag lang das Zimer aufraeumen und herausfinden was wir da hatten und was noch gebraucht wurde.

Dann habe ich ueber 2 Tage hinweg 15 (spezialbeschichtete und teure!) Tassen „versaut“ – ich bin fast durchgedreht. Also habe ich herum telefoniert und heraus gefunden das unser Karton mit dem Spezial-Papier falsch beschriftet war. Ich hatte die ganze Zeit nur das falsche Papier! Es dauerte noch eine Weile bis ich die richtigen Zeiten und Temperaturen fuer Flock, Goldprint und Tassen raushatte. Im Lern-Prozess habe ich T-Shirts verbrannt, tassen gesprengt, BB Caps verschmort und den Spezial-Drucker sowas von verflucht.

Doch zwei Tage vor der Messe stand alles und die Alpaca Acres At Arrowsmith Angestellten waren mit Mitarbeiterausstattung versorgt (Intersport laesst gruessen).

viex 2

Einen Tag vor der VIEX wurde alles verpackt und wir waren bereit, Kinder mit Baby Alpakas zu fotografieren und dann das Bild oder was auch immer die Messe-Besucher wollten auf Tassen, T-shirts und BB Caps zu drucken.

viex 3

viex 4

viex 5

Die Woche vor der Messe war eine lange Woche und ich war nervlich ohnehin schon angespannt, da am Wochenende mein Einsatz als Hochzeits-Fotograf bevor stand.

Und Freitag, dem Tag vor der Hochzeit, klingelte um 5:45 mein Wecker, da wir um 6:30 die Alpakas laden mussten. 8:00 waren wir auf dem Messegelaende, haben aufgebaut und ich hab Selina eingeschult da ich den Rest der Messe ja nicht da sein wuerde. Bis ich zurueck auf der Farm war, war es 21 Uhr.



Gute Freunde

18 08 2011

Gestern kam eine Postkarte an – ueber die Karte an sich habe ich mich schon tierisch gefreut, doch dann kuendigte die Karte auch noch ein Paket an, dass auf dem Weg zu mir war. Ju Huu! Und heute kam es auch schon an. Sandra, Steffi und Elena haben mich total ueberrascht und vollkommen unerwartet ein „Leckereien-aus-Deutschland-Paket“ geschickt! Milka, Kinderriegel, die gute Schwartau Samt, Nutelle, deutschen Kartoffelbrei, lecker Seeberger Kaffee, Brotbackmischung, Kuchenbackmischung, … Oh wie ich mich freu! Ich geb zu das Paket war noch keine zwei Minuten auf, da hatte ich schon 3 Kinderriegel in d‘ Gosch 😉

Danke Maedels – ihr seid die Besten der Besten! Ich freu mich immer mehr auf’s nach Hause kommen und bin geruehrt, dass ihr noch immer an mich denkt wobei ich doch jetzt schon so lange und so weit weg bin … Eines der Dinge, die ich hier in Kanada gelernt habe: Freunde findet man immer – doch nichts kann wahre Freunde ersetzen, die man schon seit Jahrzehnten hat und schaetzt … Danke Maedels 😉



Kreuzfahrt

16 08 2011

Ich hatte ja schon darueber nachgedacht nochmal cruisen zu gehen, doch dann beschlossen viel lieber Janine einzufliegen. Und in den zwei Wochen mit ihr hatte ich mehr Spass, als ich alleine auf einer Cruise je haette haben koennen 😉

Dann kam neulich Sue zu mir. Ben ist ein „client“ hier, sitzt im Rollstuhl, ist biologisch fast 50 doch geistig wie 12. Ich lache viel mit ihm und fuer das was er schon alles erlebt hat, hat er einen wahnsinns Sinn fuer Humor. Und Ben will auf Kreuzfahrt gehen, er war schon auf 8 und er liebt es. Jim wollte nicht mit, Michael auch nicht und dann hat Sue mich gefragt ob ich nicht mit wolle, da sie Hilfe braucht Ben in den Rollstuhl zu setzen usw. Ob ich mit ihr und Ben auf einem Kreuzfahrtschiff arbeiten kann? Sicher doch 😉

Einen Tag spaeter war auch schon alles gebucht. Am 16. September fahren wir nach Seattle, von dort aus geht es ueber Nacht nach Ft. Lauderdale in Florida. Dort wird das weltgroesste Kreuzfahrtschiff, die Oasis of the Seas, ablegen und uns 7 Naechte durch die west-Karibik schippern 😉 Florida -> Haiti -> Jamaica -> Mexico -> Florida 🙂

cruise

Ben kan schon anstrengende Phasen haben, doch ich denke in der Karibik kann ich das mindestens genauso gut handeln wir hier auf Vancouver Island 😉



Lagerfeuer

12 08 2011

Wir haben momentan einen richtig guten und sehr bunten Haufen an wwoofern:

Kwang – 60 (sieht aus wie 40) und aus Korea, dort Ingenieur, sehr fit doch beschraenkte English-Kenntnisse – „is okay“ und „rice is aaalways nice“ sind seine Lieglingssaetze. Wenn man nicht versteht was er will geht er in die Hocke und zeichnet es in den Sand – doch das versteht man auch nicht!

Sharka – 52 aus der Tschechei, dort Inhaberin einer Versicherungsagentur – wenig English doch hier um English zu lernen, sehr witzig und fleissig. Ein „Shark“ beim Karten spielen!

David – aka David English – 22 aus England, dort Studiumsabbrecher, ADS, Hyperaktiv, Entertainer der immer zu spaet kommt und regelaessig verschlaeft – doch er unterhaelt er die ganze Farm und sorgt regelmaessig fuer Lachkreampfe! Ausserdem umarmt er gerne!

David – aka David Swiss – 21 aus der Schweis, dort Konditor – hat bereits 9 Monate in Vancouver doch noch nie mit Tieren gearbeitet, wurde an seinem ersten Tag hier auf der Farm gleich mal so richtig von Ditz dem Miststueck-Alpaka angespuckt. Doch hat sich gut eingelebt. Sehr wenig Auto gefahren in der Schweiz und Vancouver – hier faehrt er jetzt Traktor und Truck wie ein Profi!

Nicole & Ben – beide Anfang 30 und aus Deutschland, dort Baecker und PTA, sind schon seit fast einem Jahr mit dem Camper unterwegs (kreuz und quer durch Kanada und die USA) und haben jede Menge Sories zu erzaehlen. Beide sehr geiler Sinn fuer Humor und die Sorte Mensch, die man trifft und sofort mag 😉

Selina, 20 (?) aus Deutschland, mehr kann ich noch nicht sagem da sie erst seit ein wenigen Tagen hier ist … 😉

Mit dem Haufen macht es auch mal wieder Spass DVD zu schauen oder am Strand ein Lagerfeuer zu entfachen. Wir sind mitten in der Feuer-Verbot-Phase (wg. Waldbraenden) und ein Strandlagerfeuer darf nicht groesser sein als 14 inches. Kwang hat das nicht ganz verstanden und halbe Baumstaemme ins Feuer geworfen …  am Schluss war unser Feuer um die geschaetzten 30 inches und wir koennen nur froh sein, dass die Feuerwehr nicht aufgetaucht ist … 😉



Urlaub vorbei

6 08 2011

Die Woche hat truebselig angefangen. Janine war ploetzlich wieder weg und alles war so ruhig … kein Horscht mehr und kein Kaffee auf dem Tisch wenn ich morgens aufgewacht bin …

Und was war die erste Aufgabe die montags nach 2 Wochen Urlaub auf der Farm auf mich gewartet hat? Ich musste ein Grab schaufeln … Eines der Alpakas war ueber Nacht gestorben und da es ein Feiertag war konnten wir es nicht zur Tierentsorgestelle bringen. Es war zu heiss um einen Tag zu warten also haben Jim, Kwang (WWoofer aus Korea) und ich auf dem Huegel ein Grab geschaufelt. Vancouver Island wird auch „The Rock“ genannt und das ist so zielich alles woraus der Boden hier besteht – Steine. Wir mussten abechselnd schaufeln und es hat drei Stunden gedauert bis wir die richtige Groesse und Tiefe hatten.

Dienstags habe ich (vor lauter Langeweile) nach der Arbeit die wilden Pfaue verfolgt. Und ich hab sie gefunden! Ich wette, dass ein Pfau die Vorlage fuer den Road Runner Comic war. Wie schnell die rennen koennen! Ich samt Kamera hinerher, Berg rauf und runter, durch den Busch und dann fliegt der bloede Pfau-Mann doch glatt in einen Baum hoch. Ich hab ihn erwischt – zwar nicht so wie ich wollte, doch immerhin:

Den Rest der Woche habe ich heu geholt. Jetzt sind alle 117 Ballen auf der Farm. Ju huu …

heu holen 3