Einmal noch: bloggen

22 10 2011

Im Maerz 2010 ging das grosse Abenteuer los, und jetzt, Oktober 2011, heisst es Abschied nehmen. Es war eine der besten Entscheidungen meines Lebens und ich bereue keinen einzigen Tag. Kanada war gut zu mir. Die Menschen, die ich hier um mich hatte sind einzigartig und werden fuer immer ein Teil meines Lebens sein. Genauso wie diese Insel, die ich ohne zu uebertreiben abgoettisch liebe. Ich habe viel gelernt, vor allem ueber mich selbst, und habe das „easy life“ in vollen Zuegen genossen. Geld im Marmeladenglas, alles bar bezahlen, keine Rechnungen, kein Handy, kein Kabel-Fernsehen, kein TUEV, keine ASU, Holzfaellerstrassen, glasklare Fluesse, den Tag freinehmen wenn die Sonne scheint und dafuer an einem Regentag arbeiten, jeder sprich mit jedem, jeder gruesst jeden, auf English fluchen, im Auto sitzen bleiben waehrend der Service-Mann fuer einen tankt, wohnen wie im Hofgarten, die Berge mit weissem Gipfel im Ruecken und das Meer direkt vor der Haustuere. Doch auch wenn dieses „easy life“ morgen endet, freue ich mich schon unglaublich auf Deutschland. Schwer zu erklaeren, doch es ist jetzt einfach Zeit wieder nach Hause zu gehen 😉 Dadurch, dass ich so gut wie alles verkauft habe als ich nach Kanada los bin, fuehlt es sich wie ein kompletter Neuanfang ohne Altlasten an. Und darauf freue ich mich schon rightig.

Ein dickes Dankeschoen an alle die meinen Blog hier gelesen haben. Die Reissverschluesse meines Bagpacks sind zwar noch nicht zu, doch das bekomme ich heute abend auch nocht hin. Es ist jetzt Freitagabend 19:46 kanadischer Zeit, sprich in 9 Stunden mache ich mich schon auf den Weg zum Festland und nach Vancouver. Und laut meines Countdowns ist  es nur noch 1 Tag, 8 Stunden und 34 Minuten bis ich in Deutschland lande. Verzeihung – bis WIR in Deutschland landen, Sam kommt natuerlich mit 😉

Falls der ein oder andere nicht sofort von mir hoert, wird es wahrscheinlich daran liegen, dass ich ab Mittwoch im Besen stehe, bzw. renne. Und von Mittwoch bis Sonntag werdet ihr mich jeden Abend beim Banzhaf finden 😉 Jep – da komme ich gleich richtig „in Schlappa nei“. Seid also nachsichtig wenn es ein paar Tage dauert bis ich mich melde. Und falls ihr je zum Banzhaf geht seid bitte auch nachsichtig wenn ich eure Bestellung auf englisch abfrage, ein Problem mit Euros habe oder nicht ganz so schnell bin wie in alten Zeiten 😉  (sowohl mental als auch koerperlich wird es ein paar Tage dauern bis ich wieder auf Deutscher Geschwindigkeit laufe).

„Life is not measured by the amount of breaths you take, but by every moment that takes away your breath.“

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Thank you Canada & Canadians for taking my breath away for 1 1/2 years 😉 I’ll be back, guaranteed. Dies war mein letzter Blog. Nadine 😉



Einmal noch: Lagerfeuer

20 10 2011

Das Koffer packen und ausmisten gestaltet sich als Alptraum. Es ist unglaublich was ich alles in der Saunahuette angesammelt habe, obwohl die doch so klein ist! Im Laufe der Woche habe ich einen grossen Karton Klamotten die noch zum Arbeiten gut sind in die Lodge gebracht und fuer die kommenden Wwoofer zurueckgelassen. Und gestern Abend habe ich eine grosse Reisetasche Klamotten verbrannt, ganz zeremoniell mit Lagerfeuer, Bier und Marshellows. Und auf Vancouver Island Art, im Nieselregen. Hat Spass gemacht 😉

Dennoch habe ich immernoch viel mehr Sachen, als in den Backpack passt mit dem ich im Maerz 2010 nach Kanada gekommen bin. Und jedesmal wenn ich denke ich komme der Sache naeher, finde ich noch etwas, was ich mit nach Hause nehmen will …



to-do Liste

18 10 2011

Meine letzten Tage hier in Kanada rennen weg wie nix – doch dafuer wird meine to-do Liste auch kuerzer. Als Bonus bekomme ich sogar jede Menge Sonnenschein und atemberaubendes Herbstwetter, wobei die Naechte schon ganz schoen frisch sind!

Sam macht sich praechtig, waechst und legt pro Woche so um die 1 kg zu! Er hat seinen ersten Besuch bei Tierarzt hinter sich und hat nun alle Impfungen die er zur Einreise in die EU braucht!

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Was noch auf meiner Liste stand war „Light Painting“ mit David. Zumal ich noch jede Menge Mega-Wunderkerzen hatte und David es unbedingt versuchen wollte. Kann ich als erledigt abhaken:

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Hoch oben auf meiner to-do Liste stand auch noch mein Auto verkaufen. Und innerhalb von nur 3 Tagen war der Gute verkauft – letzten Samstag wurde er abgeholt und wenn ich mich nicht so auf Deutschland freuen wuerde haette ich ihm nachgeweint. Zum Glueck kam er in gute Haende 😉

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Und heute – das Highlight der letzten Woche wenn nicht Wochen: Lachs angeln. Ja, ihr habt richtig gelesen, die Kutsche war angeln. Die Lachs Wanderung ist momentan in vollem Gange und so stand ich heute, kurz nach Mittag, mit einer Angelrute in der Hand am“Little Qualicum River“. Zusammen mit David, Rob, Howie und Brian. Der erste Wurf ging voll in den Busch wo ich ein Blatt gefangen habe, an die 20 Maenner um mich herum haben natuerlich nur geschmunzelt. Rob meinte sogar es passt doch, immerhin sei ich ja auch Vegetarier.

Danach habe ich nur Steine gefangen, bzw. meinen Haken auf Grund so eingehakt, dass Howie mir 3 mal die Schnur kappen und neue Haken ran machen musste.Doch ich blieb stur, hab rausgeschissen, reingekurbelt, rausgeschmissen, reingekurbelt, …. Das gemeine ist, dass du jedes Mal ohne Fisch einkurbelst waehrend du hunderte von Lachsen genau vor deiner Nase im Wasser siehst, die dann auch noch staendig hupefen. Gegen 17 Uhr dachte ich ich hab wieder auf Grund eingehakt, bis meine Schnur ploetzlich Fluss abwaerts dueste! Alter! Waere vor mir nicht ein Gelaender gewesen, dann waere ich vermutlich baden gegangen! Los ging der Kampf und ich kann nicht einmal mehr sagen wie lange es gedauert hat. Alle sind aus dem Weg gegangen – ich kurbelnd am Gelaender entlang um den Fisch ans Ufer zu bringen. Und so wie ich reingekurbelt hab ist der wieder ab und hat mir die ganze Schnur wieder runter ghezogen. Doch am Ende hab ich es geschafft – ich hab heute einen Lachs gefangen!

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Ich gebe es zu, ich habe ihn nicht gekillt, dass hab ich Rob ueberlassen. Doch nachdem ich den Ersten hatte – wollte ich noch einen Zweiten fangen. Nur 3 Minuten spaeter hatte ich ihn auch, doch er hat mir nach 10 Minuten Kampf die Schnur abgerissen und ist auf und davon. Gleich darauf hatte ich noch einen und auch der hat mir die Schnur abgerissen. Die Jungs, bis auf Howie, gingen mit leeren Haenden heim. Der Vegetarier hat einen Fisch nach Hause gebracht der morgen auf dem BBQ landen und 8 Leute satt machen wird 😉

Ich verstehe jetzt warum mein Bruderherz Andre so ein Hardcore Angler ist!



Kreuzfahrt

26 09 2011

Ja ich weiss- schon wieder 2 Wochen ohne Blog. Doch zu meiner Verteidigung: Ich wollte noch schnell bloggen bevor ich auf Kreuzfahrt gegangen bin, konnte mich aber nicht einloggen weil die Seite irgendwie nicht funktioniert hat …

Jetzt funktioniert sie wieder und ich war auf Kreuzfahrt!

Mit Ben, der ja im Rollstuhl sitzt, zu reisen, ist echt anstrengend. Nicht wegen Ben selbst, sondern wegen dem Rollstuhl. Ihr koennt euch nicht vorstellen wieviele ignorante Menschen es gibt, die dumm im Weg stehen bleiben oder sogar vor den Rollstuhl laufen um noch schnell vorbei zu kommen … vollkommen ruecksichtslos. Und absolut planlos was Ben & elektrischer Rollstuhl ( 0.5 Tonnen) mit ihren Schienbeinen anstellen wuerde wenn Ben nicht schnell genug anhalten koennte. Wobei es ihm sowieso schon schwer genug gemacht wird einen Weg zu finden. Verwinkelte Ecken, ueberall Treppen, zu schmale Gaenge, zu kleine Aufzuege, Rollstuhl-Taxis mit Fahrern die nicht wissen wie der Rollstuhl-Lift funktioniert, Fluggesellschaften die einen Rollstuhlfahrer in Sitzreihe 38 buchen,  Restaurants ohne genuegend Platz fuer einen Rollstuhlfahrer zum „einparken“. Zum Teil war ich einfach nur sprachlos, zum Teil war ich kurz davor Idioten ins Gesicht zu schreien ob sie noch alle Raeder am rennen haben. An- und Abreise waren echt anstrengend, doch Ben hatte extrem viel Geduld und hat alles echt super gemeistert. (Ich an seiner Stelle haette vermutlich 226 Schienbeine auf dem Konto weil ich vor lauter Frust full-speed blindlings in die nicht Platz machende Menge gerast waer!)

Zum Glueck war die Kreuzfahrt an sich entspannter. Klar waren da auch ignorante Idioten an Bord, doch daneben gab es jede Menge Dinge die wir zusammen mit Ben unternehmen konnten. 3-D Kino (Shrek 4), Open Air Kino, Eisgala, Wasser-Show mit Turmspringern, Dreamworks Paraden, jede Menge Geschaefte und Restaurants rollstuhlgerecht, Comdey Live Show, viele Live Bands, … ja – alles auf dem Schiff. Und als Ben sich etwas auskannte ist er manchmal sogar alleine losgezogen um alkoholfreie Pina Coladas zu trinken 😉 Auf Haiti hat er den Tag am Meer verbracht (rollstuhlgerechter Strand!), in Jamaica haben wir mit einem Rollstuhl-Taxi eine Highlight-Tour gemacht und in Mexiko waren wir im Touri-Viertel Schnaeppchen shoppen!

Wir hatten echt Spass und haben viel gelacht! Und in Haiti hat Ben mich ueberrascht, mit einem Gutschein fuer eine Schnorchelsafari!Als Dankeschoen, dass ich als Begleitperson mit in die Karibik bin …

Fuer alle die sich wundern: Nein – Sam war nicht in der Karibik. Jim, mein Boss, der entspannteste Mensch den ich kenne und einer der wenigen denen ich einen Welpen anvertrauen wuerde, hat auf Sam aufgepasst. Und er hat es gut gemeistert – Sam geht es praechtig! Er waechst und gedeiht!



Erdbeben?

10 09 2011

Gestern Mittag hat hier die Insel gebebt – satte 6.7 auf der Richterskala und ich hab es nicht einmal mitbekommen … Jep – an mir ging das Beben komplett vorbei, und auch an Sam, den ich in dem Moment Gassi gefuehrt hab.  David, wwoofer aus der Schweiz, war zu der Zeit in der Lodge oben im Appartment – er hat es gespuert, denn der Schaukelstuhl in dem er sass hat fuer 10 Sekunden von selbst, bzw. von dem Erdbeben, geschaukelt.

Es wurde keine Tsunami Warnung herausgegeben, es gab keine Schaeden und keine Verletzte. Und das Wichtigste: Es war kein Vorbote fuer ein „grosses“ Beben. Falls die Vancouver News es also bis nach Deutschland schaffen: keine Bange, meine Huette steht noch 😉



Der Herzensbrecher

1 09 2011

Ich weiss garnicht wo ich anfangen soll … erst war es nur ’ne verrueckte Idee, dann sah es so aus als wuerde das nie was werden und ploetzlich war alles ganz einfach. News Nummer Eins: Mein Rueckflug ist gebucht ;o) Am 22. Oktober geht es wieder ab nach zu Hause! News Nummer Zwei – Achtung jetzt kommts: Ich werde nicht allein fliegen! Jep – richtig gelesen! Ich werde einen Kanadier mitbringen und sein Name ist Sam:

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Yellow Labrador, Sohn von „Deacon“ und „Baker“, geboren am 1. Juli 2011 (Canada Day 😉 ), vom Kennel „Baker’s Dozen“ in Shawnigan Lake, Vancouver Island. Er wohnt seit Dienstag bei mir – doch nur solange wie ich noch hier bin, denn dann fliegt er mit und zieht zu Janine und meinen Eltern 😉 Geskypet hat er mit seinem neuen Zuhause auch schon und da zaehlt man jetzt die Tage bis zu seiner Ankunft! (hoffentlich werde ich vor lauter Hund nicht in Frankfurt am Flughafen vergessen … ;))

Ich hab seit Dienstag nicht wirklich viel geschlafen (Sam muss sowohl tagsueber als auch nachts noch alle 3 Stunden Gassi) doch dafuer hab ich auch gelacht ohne Ende – was den Schlafmangel mehr als wett macht! Sei es weil Sam schnarcht (so richtig schnarcht!); weil er und die Alpacas sich minutenlang gegenseitig anstarren; weil er am Meer festgestellt hat, dass das Wasser dort salzig ist; weil er vor der fauchenden Katze wegrennt; weil er vor seinem Spiegelbild Respekt hat oder weil er grunzt wenn ich anfange den Futternapft zu fuellen!

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Er ist ein Baby – auch auch wenn ich ihn nicht behandle wie eins (kein Dutzi Dutzi mach was du willst – obwohl es manchmal schwer faellt), so muss ich doch auf ihn aufpassen wie auf eins. Das „Cesar Milan“ (DER amerikanische Hunde-Fluesterer) Buch immer dabei pass ich auf wie ein Luchs – ein entspannter Luchs, da Sam ja ein entspannter Hund werden soll 😉 Ich laufe jetzt nicht nur mit Hund sondern auch mit Rucksack auf dem Ruecken zur Arbeit, gefuellt mit Decke, Spielzeug, Futter, Leckerli, faltbarem Reisewassernapf, …  Momentan arbeite ich hauptsaechlich an einer neuen Homepage, damit Sam sich erst Mal in Ruhe einleben kann.

Jim & Sue sind unglaublich, sie haben nicht nur sofort zugestimmt, als ich gefragt habe ob ich einen Welpen auf die Farm holen koennte, sie unterstuetzen auch wo es nur geht und freuen sich richtig mal wieder einen Welpen hier zu haben! Sam stiehlt hier alle Herzen mal so eben im vorbei laufen …

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Abwaerts Spirale

27 08 2011

Sorry! Sorry fuer 2 volle Monate groebste Blog-Vernachlaessigung! Es ist nicht so, dass hier nichts passiert ist …. Doch wenn man einmal schlampert haeuft sich immer mehr an was man noch bloggen muss und schon befindet man sich in der abwearts Spirale … „Muss noch meinen Blog schreiben … aber es ist so viel … ich mach es morgen … “

Okay – heute ist jetzt endlich morgen! Ich werd mich jetzt ransetzen und „zurueck datiert“ bloggen! Zum Glueck habe ich meine Bilder mit Datum, sonst wuerde ich das alles garnicht auf die Reihe bekommen. Doch ich fang jetzt an, mit dem 1. Juli und Feuerwerk, ueber Mitte Juli als Janine zu Besuch kam (Yea Haa!) bis hin zum letzten Wochenende wo ich Hochzeits-Fotograf gespielt habe! Ihr muesst euch halt von unten nach oben vorlesen um die richtige Reihenfolge zu haben. Sorry!

Zum Glueck hab ich jetzt 2 Tage frei und Zeit …

P.S.: Ilona – du wirst viel Kaffee brauchen 😉



Die Hochzeit

21 08 2011

Mein Wecker klingelte um 4:30 Uhr, um 6 Uhr fuhr ich los. Google hat mir gesagt es dauert 2 Stunden bis an den Lake Cowichan, wo das Brautpaar wohnt, doch es dauerte nur 1 1/4 Stunden und ich war 45 Minuten zu frueh da. Doch wie das bei einer Hochzeit so ist: Es ist immer jemand zu spaet oder etwas fehlt oder wurde vergessen – Stress ist vorprogrammiert und ich war ja eh schon seit Tagen angespannt und wollte es nur noch hinter mich bringen …

Die Hochzeit an sich war gelpant wie im Film – oder so hab ich mir das zumindest vorgestellt. Brautpaar, 5 Brautjungfern, 5 Baeutigammaenner (? auf English Usher) – was man hier alles zusammen die „wedding party“ nennt. Dann gab es noch 160 geladene Gaeste, Trauung am Meer, Rueckfahrt mit der Stretch-Limo und abschliessend Abendessen und Feier in weissen Zelten im eigenen Garten.

Zuerst ging es los in zum Friseur, wo Braut + die 5 Brautjungfern zurecht gemacht wurden (die Braut war zu spaet dran und fuhr wie ein Henker – ich hatte Todesangst auf dem Ruecksitz ;)). Von dort aus wurde ich ins Maenner-Haus gefahren, wo die Jungs sich angezogen haben. Dann ging es zurueck ins Maedchen-Haus, wo die Maedels sich angezogen haben.Von dort aus ging es mit Oldtimern an den Strand, dort fand die Trauung statt.  Danach wurden schnell Bilder gemacht, damit die „wedding party“ endlich ihre Zigarren anzuenden und den Champagner koepfen konnten. Ich musste alle „typischen Hochzeitsbiler“  in gerade einmal 30 Minuten durchziehen. Da vor allem die Jungs schon seit frueh morgens am trinken waren, war es nicht gerade einfach sie aufzureihen und dann auch dort zu halten. Doch irgendwie hat es funktioniert 😉 Ach ja – hab ich schon erwaehnt, dass dieser Samstag der heisseste Tag in diesem bisherigen jahr war?

Was danach kam traf mich total unerwartet. Ich hatte mit einer Stretch-Limo fuer das Brautpaar gerechnet – doch es kam ein Stretch-Truck fuer die komplette „wedding Party“ – und mich. Zack sass ich in der Party-Limo. Und wir sind nicht zum Haus zurueck gefahren – sondern in der Gegend herum, fast 3 Stunden lang … Es wurde sogar an einer Bar angehalten (15 Uhr) um Kurze zu trinken – und am Bierladen, weil der Champagne ausging (15:30 Uhr)… ach ja – und an der Tankstelle, weil der Braeutigam eine CD fuer die Limo kaufen wollte … Leute ich sag euch, ich habe Dinge in dieser Limo gesehen, die ich mein Leben lang nicht vergessen werde. Die Bilder kann und will ich nicht hochladen … und dabei dachte ich, ich haette schon exzessive Partys erlebt – falsch gedacht sag ich da nur…

Die Party im „backyard“ (Garten) ging etwas gediegener zu. Zumindest bis circa 23 Uhr. Ich habe von 7:30 am Morgen bis 22:30 am Abend 2.000 Bilder gemacht. Viele doppelt und dreifach, wenn nicht fuenffach, um sicher zu gehen, dass mindestens eins von der jewiligen Situation etwas wird (ja – ich hatte Panik es zu versauen). Man traut sich nicht mal aufs Klo zu gehen, da das Brautpaar ja den Hochzeitskuchen anschneiden koennte oder irgend jemand eine Ueberraschung aus dem Hut zieht. Und wenn der Kuchen dann endlich angeschnitten wird kaempft man gegen die Daemmerung und MUSS mit Blitz fotografieren (ich hasse Blitzlichbilder) – und dann entdeckt man Menschen neben einem mit dreimal so grossen und viermal so teuren Kameras wie meine … Klasse – ich wurde ja auch nur per Ansage allen als „Die Hochzeitsfotografin aus Germany“ vorgestellt … „Nein!“ haette ich am liebsten geschrieen, „ich wohne in Qualicum Beach und arbeite auf einer Alpaca Farm!“

Wie auch immer – ich hab es ueberlebt und dem Brautpaar an die 600 Bilder uebergeben mit denen ich zufrieden war. Sie waren es auch 😉 Und ich hatte nicht nur Stress – ich hatte auch Spass und hab viel gelacht. Dennoch, eins steht felsenfest: Egal war fragt, egal wieviel Geld im Spiel ist und egal wie einfach es sich anhoert – ich werde NIE, NIE wieder Hochzeits-Fotograf spielen. Ruft mich an wenn ihr ein „destroy the dress“ shooting machen wollt und ich bin dabei – aber eine Hochzeit? NOPE!

Hier ein kleiner Auszug vom ganzen Tag:



Zurueck im Textilgeschaeft

20 08 2011

Die letzten zehn Arbeits-Tage habe ich im „Drucker-Raum“ verbracht. Dort steht saemtliches Equipment rum, von dem keiner wusste wie es benutzt wird. Hitzepressen, Plotter, Robo-Cutter, Computer Sketch-Pads, …

The heatpress
The heatpress

Da die „Vancouver Island Exhibition“ vor der Tuer stand, auf der wir einen Alpaka Stand haben werden wie im letzten Jahr, wurde ich beauftragt heraus zu finden wie man Tassen, BB Caps und T-Shirts bedruckt und beflockt. Doch zuerst einmal musste ich einen Tag lang das Zimer aufraeumen und herausfinden was wir da hatten und was noch gebraucht wurde.

Dann habe ich ueber 2 Tage hinweg 15 (spezialbeschichtete und teure!) Tassen „versaut“ – ich bin fast durchgedreht. Also habe ich herum telefoniert und heraus gefunden das unser Karton mit dem Spezial-Papier falsch beschriftet war. Ich hatte die ganze Zeit nur das falsche Papier! Es dauerte noch eine Weile bis ich die richtigen Zeiten und Temperaturen fuer Flock, Goldprint und Tassen raushatte. Im Lern-Prozess habe ich T-Shirts verbrannt, tassen gesprengt, BB Caps verschmort und den Spezial-Drucker sowas von verflucht.

Doch zwei Tage vor der Messe stand alles und die Alpaca Acres At Arrowsmith Angestellten waren mit Mitarbeiterausstattung versorgt (Intersport laesst gruessen).

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Einen Tag vor der VIEX wurde alles verpackt und wir waren bereit, Kinder mit Baby Alpakas zu fotografieren und dann das Bild oder was auch immer die Messe-Besucher wollten auf Tassen, T-shirts und BB Caps zu drucken.

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Die Woche vor der Messe war eine lange Woche und ich war nervlich ohnehin schon angespannt, da am Wochenende mein Einsatz als Hochzeits-Fotograf bevor stand.

Und Freitag, dem Tag vor der Hochzeit, klingelte um 5:45 mein Wecker, da wir um 6:30 die Alpakas laden mussten. 8:00 waren wir auf dem Messegelaende, haben aufgebaut und ich hab Selina eingeschult da ich den Rest der Messe ja nicht da sein wuerde. Bis ich zurueck auf der Farm war, war es 21 Uhr.



Gute Freunde

18 08 2011

Gestern kam eine Postkarte an – ueber die Karte an sich habe ich mich schon tierisch gefreut, doch dann kuendigte die Karte auch noch ein Paket an, dass auf dem Weg zu mir war. Ju Huu! Und heute kam es auch schon an. Sandra, Steffi und Elena haben mich total ueberrascht und vollkommen unerwartet ein „Leckereien-aus-Deutschland-Paket“ geschickt! Milka, Kinderriegel, die gute Schwartau Samt, Nutelle, deutschen Kartoffelbrei, lecker Seeberger Kaffee, Brotbackmischung, Kuchenbackmischung, … Oh wie ich mich freu! Ich geb zu das Paket war noch keine zwei Minuten auf, da hatte ich schon 3 Kinderriegel in d‘ Gosch 😉

Danke Maedels – ihr seid die Besten der Besten! Ich freu mich immer mehr auf’s nach Hause kommen und bin geruehrt, dass ihr noch immer an mich denkt wobei ich doch jetzt schon so lange und so weit weg bin … Eines der Dinge, die ich hier in Kanada gelernt habe: Freunde findet man immer – doch nichts kann wahre Freunde ersetzen, die man schon seit Jahrzehnten hat und schaetzt … Danke Maedels 😉