Schnelldurchlauf der vergangenen Woche:

9 05 2010

Montag, 03.Mai: circa 22 Grad, Spa, in der Stadt indisch Essen und danach faulenzen. Am Abend kommt ein neuer wwoofer an, er heisst Elly, ist 30 und kommt aus Toronto. Libby, 32, aus London und hier fest angestellt, hat einen Blog fuer den sie jeden Tag etwas ungewoehnliches tun muss. Also verkleidet sie sich wie eine Fee und ich drehe ein Video waehrend sie durch das Rentier-Gehege rennt und elegant vor Gandalf fluechtet. Ich verwackle total, da ich mich vor lauter Lachen wegschmeisse …

Dienstag, 04.Mai: circa 20 Grad, den Tag ueber Tiere fuettern, Blaubeeren ausgraben und umsiedeln. Dienstag Abend ist wie immer Kinotag, also faehrt Linda die Jungs und mich nach Collingwood. Jacob und ich stellen uns beim „Frozen Joghurt“ an, Elly (der sich schon den ganzen Tag ueber so langsam bewegt, dass man das Gefuehl hat er geht rueckwaerts) geht rein um uns einen Platz zu besetzen. Und wo sitzt er als wir mit dem Joghurt in den Haenden reinkommen? Schoen mittig in der 2ten Reihe … hinter ihm ist alles leer … Was stimmt mit den Amis nicht? Warum fangen die meisten an die Kinoreihen von vorne aufzufuellen? Wie auch immer, wir setzen uns um und sehen uns „The Losers“ von weiter hinten an. Aus Facebook wissen wir, dass Jacob Geburtstag hat, deshalb wartet auf Pretty River ein Geburtstagskuchen und eine Sixpack Warsteiner. Jacob blaest die Kerzen aus und den halben Kuchen vom Tisch … ;o Eine weitere wwooferin kommt an, Lorraine, 28, aus England, Koechin, war bereits 6 Monate in Vancouver. Es ist schnell klar, dass wir beide Spass miteinander haben werden ;o Und das nicht im ironischen Sinne ;o

Mittwoch, 05.Mai: circa 18 Grad, ab dem Nachmittag Regen, Tiere fuettern, die Blaubeeren mit Unkrautabwehr-Folie abdecken und alles mit Rindenmulch zuschuetten. Elly gibt auf, da ihm die Heuballen und Scheinestall bauen zu schwer sind, er ruft seine Eltern in Toronto an, damit sie kommen und ihn abholen …

Donnerstag, 06.Mai: circa 12 Grad, fast den ganzen Tag ueber Regen, Lorraine und ich fuettern die Tiere und lachen uns dabei halb tot. Wenn die Huehner keine Eier legen steht Lorraine im Stall und erklaert dem Gefieder, wie enttauscht sie ist. Sie droht den Fernseher samt DVD Player in den Stall zu tragen um den Huehnern „Chicken Run“ zu zeigen. Wir verbringen fast den ganzen Tag auf den Knien um Unkraut zu „killen“.

Freitag, 07.Mai: circa 10 Grad, seitdem Lorraine angekommen ist fallen die Temperaturen und es regnet viel. Dennoch fuettern wir die Tiere und verbringen den Tag wieder auf den Knien. Am Abend tut uns alles weh, bevor wir in die Stadt gehen um ein oder zwei Bier zu trinken huepfen wir in den Whirlpool ;o) Schliesslich faehrt Paul Senior Jacob, Paul Junior, Lorraine und mich nach Blue Mountain in einen Pub, wo wir verschiedene Biersorten testen ;o)

Samstag, 08.Mai: circa 8 Grad und es wird von Minute zu Minute kaelter. Nach einer kurzen Nacht faellt es Lorraine und mir schwer schneller zu sein als Gandalf, doch wir schaffen es gerade noch so. Nach 3 Tagen Regen stehen wir am Nachmittag im Dauerregen, bis zu den Waden in Pferdemist, mitten auf der Pferdekoppel, zwischen wilden Pferden, und fuellen 12 alte Futtersaecke mit Kompost. Das Problem: Wir kommen im Pferdesumpf nur muehsam einen Schritt vorwaerts, die Saecke sind scheiss schwer und zudem sind die Pferde viel zu neugierig. Immer wieder werden wir und die Futtersaecke angeknabbert. Ich versuche mich als Pferde-Fluesterer, doch als die Pferde anfangen den Komposthaufen zu entern werde ich zum Pferde-Schreier. Wir versuchen uns gross zu machen, Lorraine fluchtet hinter den Zaun und ich schreie mit erhobenen Haenden um die gefuellten Saecke zu verteidigen, was die Kaltblueter jedoch nur wenig beeindruckt. Das allergroesste Problem: Wir haben keine Kraft, da wir aus dem Lachen nicht mehr heraus kommen. Ich haette nie gedacht, dass man unterkuehlt und durchnaesst beim Scheisse schaufeln so viel Spass haben kann. Zu guter letzt schocke ich mich noch selbst – knietief in einer Pfuetze stehend am Elektrozaun Halt zu suchen ist keine gute Idee. Mein linker Arm ist mehrere Minuten lang taub – keine Ahnung wieviel Volt die hier auf ihren Zaeunen haben, doch es war definitiv mehr als eine Autobatterie hergibt. Waehrend wir zu guter letzt die Tiere fuettern setzt ein Schneesturm ein. Ich dachte Paul Senior hat mich mal wieder veraeppelt, als er mir vorhersagte, dass es schneien wuerde. Ja sicher – Schnee im Mai – anfang der Woche hatte ich noch einen Sonnenbrand … und dann faengt es tatsaechlich an zu schneien … „Einfach durchhalten und an die heisse Dusche denklen“, sagen Lorraine und ich immer wieder. Als wir es endlich geschafft haben und ins Haus kommen ist es in der Kueche dunkel – Stromausfall. Und kein Strom bedeutet hier neben keiner Heizung auch kein Wasser, weder kalt noch warm … Jetzt verstehe ich auch, warum jede Suite einen offenen Kamin hat. Stromausfaelle von bis zu drei tagen sind hier keine Seltenheit – vor allem wenn es schneit … Also warten wir mehrere Stunden bis endlich wieder die Lichter angehen und wir sehr heiss und sehr lange duschen koennen ;o) Ich wuenschte ich haette die Scheisse-Schaufel Aktion auf Video …