Terminal
5 06 2010Nach dem Abschied von Regis brechen wir Freitag gegen neun Uhr in Val Gagne auf und kommen kurz nach 17 Uhr in Toronto auf dem Flughafen an, wo wir uns schweren Herzens letztendlich auch von Noreen verabschieden. Clement und ich haben eine Flugbestaetigung fuer 4 Uhr morgens in der Tasche, sprich 11 Stunden warten.
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on the road again
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Doch dann kommt alles anders und es geht schief was nur schief gehen kann. Letztendlich warten wir 23 Stunden und schlafen im Flughafen (mehr schlecht als recht), ich auf einer Bank, Clement auf dem Fensterbrett gegenueber und unser Hab und Gut zwischen uns plus an die Bank gebunden … ich komme mir vor wie Tom Hanks in Terminal. Bis Maerz 2010 konnte ich nur mit Kopfkissen, Zudecke und in der Horizontalen schlafen, mittlerweile kann ich selbst im Stehen ein Nickerchen machen. Da wir zu zweit sind koennen wir wenigstens in Schichten umherwandern, Essen, Buecher kaufen und auf die Toilette gehen ohne staendig unser Zeug mitschleppen zu muessen.
Endlich im Flieger, hundemuede, denke ich: „Ye Haa – 5 Stunden Schlaf!“ Doch ich teile mir eine Dreier-Reihe mit einem Inder und seinem ca. 6-jaehrigen Sohn, der so zappelig und laut ist, dass ich kurz davor bin in voller Flughoehe die Tuer zu oeffnen und freiwillig ohne Fallschirm auszusteigen …
Samstag Abend, 18 Uhr Ortszeit (jetzt sind es 9 Stunden Zeitverschiebung zu Deutschland anstatt 6 Stunden) lande ich endlich in Vancouver. Mein Rucksack ist natuerlich der allerletzte auf dem Gepaeckband, weshalb ich (trotz Rennen!) zuerst die Tram und daraufhin den 19 Uhr Uhr Bus zur Faehre verpasse. Dadurch segelt mir dann auch die letzte Faehre nach Nanaimo/Vancouiver Island vor der Nase weg und und ich stehe planlos am Dock … den 500 Liter Rucksack auf dem Ruecken und den 100 Liter Rucksack in der Hand … kein Hotel, kein Hostel, kein garnichts am Faehrendock. Nach kurzer Neuorientierung rufe ich Sue an (die Lady der Alpaka ranch), sage ihr, dass ich die 21 Uhr Faehre nach Vicotria/Vancouver Island nehme (1 1/2 Std.), mit dem Bus nach Downtown fahre (45 min.), mir dann ein Hostel suche und am morgen darauf mit dem Bus nach Nanaimo (2 Std.) fahre. Sie sagt nur: „Ruf mich in 15 Minuten nochmal an, ich schau was ich machen kann …“ Ok, ich rufe ihr 15 Minuten spaeter nochmal an, da hat sie schon Freunde in Victoria mobilisiert, die mich am Dock abholen werden.
Ich komme also 22:30 in Victoria an, da steht ein Mann (Ende 50) namens „Wolf“, eine Schild in der Hand auf dem „Nadine“ steht. Ich bin dankbar als er meinen 500 Liter Rucksack nimmt und auf seinen Truck laedt … und da es Freunde von Sue sind steige ich ein ohne fragen zu stellen. Wir fahren ca. 30 Minuten zu Wolfs Farm am Rande von Victoria, wo seine Frau (Namen vergessen) schon die Couch zum Gaestebett umfunktioniert hat und Handtuecher fuer mich rausgelegt hat damit ich Duschen kann. Ich bekomme ein riesen Sandwich, einen Kaffee damit ich nicht wahrend dem Duschen einschlafe und liege 0:30 auf der Couch von wildfremden und offensichtlich supernetten, hilfbereiten Menschen. Ich schlafe um 0:31 tief und fest.
Diese Reise klingt ja fast so spannend wie meine Reise nach Chicago auf dem Notsitz im TT 😉
Hallo Janine,
jep – die Anreise nach Vancouver Island ist vergleichbar mit der Fahrt auf dem TT Notsitz ;o) Sehr unbequem!
Mega liebe Gruesse,
Nadine