Weil’s so schoen war …
1 08 2010… wollen Danielle und ich nocheinmal zu unserer neuen Lieblingsstelle, dieses Mal etwas frueher, damit wir laenger Sonne haben. „Ich kann dich oben an der Waldstrasse treffen“, schlage ich vor, damit sie nicht im Kreis gurken muss um mich abzuholen. Mit dem Rucksack auf dem Ruecken tigere ich also quer ueber die Farm, um ganz oben am anderen Ende vom Gelaende zu warten. Und als ich dann so mitten im Wald stehe wird mir klar, dass ich mitten im Wald stehe. Ich sollte besser etwas Krach machen um die Baeren fernzuhalten, deshalb fange ich an zu pfeiffen. Nach einer Minute registriere ich, dass ich die Titelmelodie von „Die Baeren sind los“ pfeiffe – ein beunruhigender Gedanke. Doch das einzige Lied was mir sonst noch einfaellt ist „Hava Nagila“. Ich stehe also im Wald und pfeiffe ein hebraeisches Volkslied, total schief und begleitet vom klimpern von Glas, weil ich alle 10 Sekunden gegen meinen 6-Pack Karton Cider trete. Waere ich ein Baer gewesen, waere ich losmarschiert um den grausamen Krach zu stoppen. Aber alle Kanadier sagen: „Laerm machen wenn du im Wald bist!“
Als Danielle endlich um die Ecke biegt bin ich masslos erleichtert. Wir fahren den Berg hoch und entdecken Baeren-Poop am Wegesrand, gut, dass ich Krach gemacht habe! Oben angekommen klettern wir den Hang zu den Pools runter und siehe da: Wir haben Sonne! Danielle ist innerhalb von 2 Minuten im Wasser, sie springt einfach rein. Ich brauche eine halbe Stunde und weigere mich ganz unterzutauchen, weil ich Angst davor habe, dass mein Kopf so taub wird wie der Rest von mir. Ich kann euch sagen: Wasser welches direkt vom Berg kommt ist nicht nur glasklar sondern auch sowas von scheiss kalt!
Danielle versucht vom ersten Pool in den zweiten hoch zu klettern und findet keinen Weg. Mich packt der Ehrgeiz, ich versuche es auch, die Bergziege in mir erwacht und ich finde die perfekte Stelle. Wir werden mit einem 5 Meter Wasserfall, weniger tiefen und somit waermeren Wasser belohnt! Schade, dass ich meine Kamera nicht mit hoch nehmen konnte. Und zu dumm nur, dass ich beim hochklettern noch darueber nachgedacht habe wie ich wieder runter komme … Der Versuch auf dem Hintern die Felsen hinunter zu rutschen scheitert und schliesslich muss ich springen … Der Pool ist so tief, dass ich nicht einmal Boden beruehre und als ich wieder auftauche bin ich erst einmal kaelte-geschockt. Es dauerte ein paar Sekunden bis ich „Holy Fuck!“ aussprechen kann. Danielle lacht sich erst einmal halbtot, dann sprint sie als waer garnix dabei …
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