Freitag der 13te

14 08 2010

Der Wecker klingelt um 6:15 – nach Sternschnuppen-kucken nachts um halb drei eigentlich viel zu frueh, doch die Vorfreude auf den Tag katapultiert mich aus dem Bett! Mit Sandra, mit-Wwoferin aus Deutschland, und Danielle geht es auf nach Tofino! Nur knappe 200 km – doch oneway drei Stunden Fahrt da es schling-schlang die Berge hoch und runter geht. Wir brauchten etwas laenger, nicht weil ich zu langsam fahre sondern weil wir an Fluessen und Seen anhalten um Bilder zu machen und Inukshuks zu bauen. Das Wetter ist einmal mehr unglaublich, sonnig, warm und strahlend blauer Himmel!

Lake Kennedy

Lake Kennedy

Das erste grosse Highlight ist Long Beach, ein kilometerlanger Sandstrand im Pacific-Rim-Nationalpark. Der Strand erinnert mich an Llundadno Beach in Kapstadt und ich bin genauso sprachlos wie damals in Suedafrika. Unglaublich schoener Strand, Surfer, Spruehregen von den Wellen der wie Nebel in der Bucht haengt, blauer Himmel und das Rauschen der Brandung … Und da stehe ich dann im eiskalten Pazifikwasser an der Westkueste Kanadas, blick aufs Meer und mir wird klar:  Ok – die naechste Landmasse ist Japan …

Long Beach

Long Beach

Gegen Mittag kommen wir in Tofino an. Unser Weg fuerht uns direkt zu Jamie’s Whale Watching, da wir noch keine Tour reserviert haben. Unglaublich, da ich seit letztem Jahr Dezember staendig das Video auf youtube angschaut habe (http://www.youtube.com/watch?v=kATSGIXoCtw) und ploetzlich stehe ich mittendrin … mit gedrueckten Daumen und betend, dass noch Plaetze fuer Danielle und mich frei sind. Jamie’s hat sowohl grosse Boote als auch kleine Schlauchboote um im sogenannten ZODIAC STYLE rauszufahren. Und ZODIAC STYLE war genau das was ich wollte! Auch wenn ich ehrlich gesagt Bammel hatte als Schwabe auf hoher See seekrank zu werden! Und obwohl meine Mama mir Horrorstories von auf Booten springende Wale erzaehlt hat! „Sorry, wir sind fuer heute ausgebucht …“ Mit faelllt natuerlich erst einmal das Gesicht runter doch das Maedel hinterm Tresen laechelt: „Vielleicht koennen wir etwas organisieren. “ Juhuu – Hoffnung! Und nur 5 Minuten spaeter haben wir das Ticket fuer eine Sonderfahrt in der Hand: Wale kucken im Sonnenuntergang … die letzte Tour faehrt Jamie normalerweise um 15 Uhr – wir sind gebucht auf 19 Uhr. Der Plan den Sonnenuntergang an Long Beach anzusehen wird von Walen getoppt und wir koennen es kaum abwarten rauszufahren …

Wir setzen Sandra an ihrem Hostel ab, da sie in fuer ein paar Tage in Tofino bleibt und von dort aus weiter backpackt. Dann essen Danielle und ich in „Though City“ zu Mittag, mit herrlicher Aussicht auf’s Meer. Danach schlendern wir durch die Surfer-Stadt Tofino und essen Eis. Native (Indianer) Kunst-Gallerie, Hippie-Laeden, Sufer Shops, Glas Blas Mann erei, … Schliesslich landen wir an einem Strand, wo wir zufaellig auch wieder auf Sandra treffen und bis zum Abend entspannen.

Guys playing football on Tofino Beach

Guys playing football on Tofino Beach

18:45 sind wir wieder bei Jamie’s, wo wir einen Ueberlebensanzug bekommen. Ich fuehle mich wie in „Der gefaehrlichste Job Alaskas“ und meine Angst Seekrank zu werden waechst. Dann geht es los – 12 Leute im ZODIAC STYLE! Wir schippern entspannt aus dem Hafen und unser Captain Craig erzaehlt uns etwas ueber Tofino’s Geschichte. Dann legt er den Gashebel um – saugeil! Wie schiessen raus auf den Pazifik – ganz schoen rauer Seegang. Ueber die Wellen zu huepfen macht Spass – im Wellentaal dahinter zu landen ist teilweise an der Schmerzgrenze … jetzt verstehe ich auch warum aeltere Menschen, schwangere Frauen und Leute mit Rueckenproblemen nicht mitfahren duerfen und alle Passagiere einen Zettel unterschreiben mussten der jegliche Haftung ausgeschlossen hat. Gut, dass ich an Land nochmal fuer kleine Maedchen war … Auf der Fahrt sehen wir Otter, Robben, Seeloewen, Weisskopf Seeadler, … Schliesslich halten wir auf dem offenen Meer an und warten.  Schnell zu fahren war soweit kein Problem, doch dann in den Wellen zu „liegen“ und vor sich hin zu schunkeln, ganz schoen heftig, macht meinen Magen dann etwas nervoes. Ploetzlich die erste Wasserfontaene und mein Magen ist zweitrangig, eine Buckelwal taucht auf und holt Luft! Dann noch einer – im Hintergrund geht die Sonne unter! Doch ich sitze direkt an der Schlauchboot Seite (ohne Reling) und bekomme nicht wenig Spruehregen ab – und um nicht permanent ueber meine Kamera besorgt zu sein packe ich sie weg und geniesse einfach nur das Spektakel. Wir sehen ein paar Buckelwale, fahren weiter nach „Greywhale Country“ und sehen ich weiss nicht mehr wie viele Grauwale. Keine Orkas, auf die ich so gehofft hatte, doch die anderen Wale die zum Teil keine 10 Meter neben dem Boot aufgetauchen lassen mich das schnell vergessen. Das ganze Erlebnis in Worten zu beschreiben ist schwer. Ich, als Schwabe, bei Sonnenuntergang auf dem Pazifik und von Walen umzingelt … ohne Seekrank zu werden waehrend das Maedel hinter mir mal eben die Wale gefuettert hat …  Als die Sonne das Wasser beruehrt spricht niemand geschweige denn atmet, waehrend die Wale um uns herum audftauchen um Luft zu holen.

Tail Shot!

Tail Shot!

Und auf dem Heimweg fallen die Sterne vom Himmel, heller und langsamer als ich es je zuvor gesehen habe … der mit Abstand beste Freitag der 13te den ich je hatte!