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08
2010
So langsam aber sicher bekomme ich in der Lodge Platz um zu arbeiten. Die Einnahmen aus dem Strassenrand-Verkauf belaufen sich mittlerweile schon auf knapp 300 Dollar. Ich wuenschte ich duerfte mehr verkaufen, da es schreckliche Dinge gibt die ich gerne loswerden wuerde. Igitt-Plastikblumen, Augenschmerz-Glasschuesseln, Uralt-Springbrunnen, Wer-braucht-die-noch-Stuehle und Tische, Wer-haengt-so-etwas-freiwillig-auf-Bilder, …
Die Angst, dass alles in die frisch gestrichene Lodge zurueck wandert ist gross! Doch bevor das passiert packe ich meine Sachen und gehe!
Heute ging es dem Putz Dekor an den Kragen – zumindest soweit wie ich gekommen bin. Die Leitern die ich brauchen wuerde um alles an Putz zu entfernen werden momentan gebraucht. Sie halten vorruebergehen ein Dach (seit Wochen), dessen Traeger noch nicht ganz fertig geschweisst sind … Vielleicht werde ich bald zu Home Deopot geschickt um neue Leitern zu kaufen?
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08
2010
In der Lodge ist ein furchtbares Putzmuster an der Wand – keine Ahnung was die Leute sich dabei gedacht haben. Wie gesagt: KEIN STIL! Natuerlich habe ich mich geweigert einfach darueber zu streichen und es muss weg! Dazu brauche ich einen Handschleifer, vermutlich befinden sich 5 irgendwo auf dem Gelaende verteilt, doch es ist keiner zu finden und niemand hat einen gesehen. Nichts Neues hier. Ich soll einen Neuen kaufen – auch nichts Neues hier. Doch hey – ich werde dafuer bezahlt, dass ich in den Baumarkt fahre um Werkzeug zu kaufen ;o) Ye Haa! Home Depot – vergleichbar mit OBI nur etwas groesser und mit kompetentem Personal. Mein auserwaehlter Schleifer fuer 39,99 $ ist ausverkauft – da bietet mir der Verkaeufer den bessern Schleifer fuer 59,99 $ zum Preis von 39,99$ an. Gekauft! Und auf den Namen „Joey“ getauft ;o)
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08
2010
… wollen Danielle und ich nocheinmal zu unserer neuen Lieblingsstelle, dieses Mal etwas frueher, damit wir laenger Sonne haben. „Ich kann dich oben an der Waldstrasse treffen“, schlage ich vor, damit sie nicht im Kreis gurken muss um mich abzuholen. Mit dem Rucksack auf dem Ruecken tigere ich also quer ueber die Farm, um ganz oben am anderen Ende vom Gelaende zu warten. Und als ich dann so mitten im Wald stehe wird mir klar, dass ich mitten im Wald stehe. Ich sollte besser etwas Krach machen um die Baeren fernzuhalten, deshalb fange ich an zu pfeiffen. Nach einer Minute registriere ich, dass ich die Titelmelodie von „Die Baeren sind los“ pfeiffe – ein beunruhigender Gedanke. Doch das einzige Lied was mir sonst noch einfaellt ist „Hava Nagila“. Ich stehe also im Wald und pfeiffe ein hebraeisches Volkslied, total schief und begleitet vom klimpern von Glas, weil ich alle 10 Sekunden gegen meinen 6-Pack Karton Cider trete. Waere ich ein Baer gewesen, waere ich losmarschiert um den grausamen Krach zu stoppen. Aber alle Kanadier sagen: „Laerm machen wenn du im Wald bist!“
Als Danielle endlich um die Ecke biegt bin ich masslos erleichtert. Wir fahren den Berg hoch und entdecken Baeren-Poop am Wegesrand, gut, dass ich Krach gemacht habe! Oben angekommen klettern wir den Hang zu den Pools runter und siehe da: Wir haben Sonne! Danielle ist innerhalb von 2 Minuten im Wasser, sie springt einfach rein. Ich brauche eine halbe Stunde und weigere mich ganz unterzutauchen, weil ich Angst davor habe, dass mein Kopf so taub wird wie der Rest von mir. Ich kann euch sagen: Wasser welches direkt vom Berg kommt ist nicht nur glasklar sondern auch sowas von scheiss kalt!
Danielle versucht vom ersten Pool in den zweiten hoch zu klettern und findet keinen Weg. Mich packt der Ehrgeiz, ich versuche es auch, die Bergziege in mir erwacht und ich finde die perfekte Stelle. Wir werden mit einem 5 Meter Wasserfall, weniger tiefen und somit waermeren Wasser belohnt! Schade, dass ich meine Kamera nicht mit hoch nehmen konnte. Und zu dumm nur, dass ich beim hochklettern noch darueber nachgedacht habe wie ich wieder runter komme … Der Versuch auf dem Hintern die Felsen hinunter zu rutschen scheitert und schliesslich muss ich springen … Der Pool ist so tief, dass ich nicht einmal Boden beruehre und als ich wieder auftauche bin ich erst einmal kaelte-geschockt. Es dauerte ein paar Sekunden bis ich „Holy Fuck!“ aussprechen kann. Danielle lacht sich erst einmal halbtot, dann sprint sie als waer garnix dabei …
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