Emergency Room – Nadine Spezial die 2te

8 09 2010

Einige wollten mir ja einen Sturzhelm plus Knie- und Ellenbogenschoner verpassen bevor ich nach Kanada aufgebrochen bin. Nicht ohne Grund, ich weiss, ich weiss … Fuenf Monate habe ich es geschafft „unfallfrei“ zu bleiben – von blauen Flecken, Schuerfwunden, kleineren Schnittwunden und Sonnenbraenden mal abgesehen. Doch gestern habe ich es geschafft beim Arzt zu landen – und zwar so dumm, wie nur ich beim Arzt landen kann (keine Panik Mama, es geht mir gut!).
Brian`s 22ter Geburtstag! Er lebt in Blockhuette Nummer 3 und da er authistisch ist wird er rund um die Uhr entweder von Kelly oder Howie betreut, die abwechselnd je eine Woche in Huette Nummer 2 wohnen. Kelly hatte eine Party geplant und mich gefagt ob ich morgens kurz beim dekorieren helfen kann. Kein Problem! Nachdem ich Chris frueh morgens zur Faehre gebracht habe (schnieeeeff), sitze ich also auf Kellys Veranda und blase Ballons auf, alle in Herzform und saemtlichen Farben. Brian, der ausser „Ya Ya“ nur Zeichensprache spricht,  lacht sich kaputt, da die Ballons superdick sind und ich echt ein Problem damit habe Luft rein zu bekommen. Beim 16ten und letzten Ballon ist mir schon schwindelig, und dann platzt das verdammte Ding auch noch beim letzten Atemzug der rein sollte. Und er ist nicht nur geplatzt, er ist in drei Teile explodiert, wovon ein Teil mit gefuehlten 800 Stundenkilometern direkt in mein GEOEFFNETES, linkes Auge geschleudert wird. Ich schwoere, es hat sich angefuehlt als haette mit jemand volle Power mit der flachen Hand ins Auge geschlagen. Natuerlich hat es sofort getraent ohne Ende, die ersten 10 Minuten nach dem Einschlag kann ich es nicht einmal aufmachen. Danach kann ich zwar kurz blinzeln, aber es tut hoellisch weh. Kelly versucht es sich anzusehen, doch ich kann es nicht lange genug aufhalten. Nach 20 Minuten ist es geschwollen und so rot wie die untergehende Sonne. Nach einer Stunde tut es noch immer sauweh. Nach 1 1/2 Stunden liege ich auf dem Boden, einen nassen Waschlappen auf dem Gesicht, mit dem Gefuehl als wuerde jemand oder etwas ziemlich unsanft auf mein Auge druecken. Okay, genug, ich muss zum Arzt – wenn es um meine Adleraugen geht will ich nichts aufs Spiel setzen.
Sue und Alex (Wooferin aus Nuernberg) fahren mich nach Nanaimo ins Krankenhaus, 1 Stunde Fahrt. Sue setzt uns ab und wir landen im Emergency Room vom Nanaimo Hospital. Als ich an der Reihe bin raet mir die Aufnahmeschwester in eine Walk-in-Clinic zu gehen, da die im Vergleich zum Krankenhaus mit 700 Dollar nur 60 Dollar kostet. 700 Dollar nur damit ein Arzt sich mein Auge angesehen haette, plus eventuelle Behandlungskosten! (Ich habe zwar eine Versicherung, muss aber erst selbst bezahlen und mir dann das Geld von der Versicherung zurueck holen.) Also wieder aus dem Krankenhaus raus, Sue anrufen, von Sue wieder abgeholt werden und ab in die Walk-in-clinic. Obwohl Feiertag ist (Labour Day) muss ich nicht lange warten und bezahle tatsaechlich nur 60 Dollar. Ich lande in einem Behandlungsraum und warte auf einen Arzt. Die Tuer schwingt auf und wer kommt rein? Die kanadische Antwort auf George Clooney, nur 20 Jahre juenger ;o) Zum Glueck habe ich wenigstens ein Auge mit dem ich sehen kann. Woher ich komme? „Germany“. Ploetzlich faengt er an gebrochen Deutsch zu sprechen. Der Gute hat in der Breiten Gasse in Nuernberg gewohnt und in Deutschland auf’m Bau gearbeitet um sich das Geld fuer sein Medizinstudium zu verdienen. Ich soll ihm in die Augen sehen? Aber sicher doch ;o) Ob ich ihm auch mit beiden Augen in die Augen sehen kann? Nee – das tut weh … Mein linkes Auge wird ausgespuelt, betaeubt und die Netzhaut wird untersucht – nach wenigen Minuten „Entwarnung“ – Netzhaut hat nichts Ernsthaftes abbekommen. Ich habe praktisch einen blauen Fleck auf’m Auge und es wird noch zwei bis drei Tage wehtun.

Ich komme grinsend in den Warteraum zurueck und sowohl Sue als auch Alex sehen mich verwundert an. Dann kommt „mein“ Arzt aus dem Behandlungszimmer und beiden klappt der Mund auf. Und was machen wir drei dann? Wir diskutieren ernsthaft wer wen schlagen soll damit wir uns nochmal in der Behandlungsschlange anstellen koennen …

Merke: Lustballons immer mit geschlossenen Augen aufblasen!



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2 Antworten zu “Emergency Room – Nadine Spezial die 2te”

  • Heike sagt:

    Hallo Herzle!!!
    Ja, sie lebt noch… Also ich meine ich, von dir könnte ich ja genug lesen, wenn ich die Zeit hätte. Ich sags doch: Ferien=Freizeitstress! Wir waren jetzt zwei Wochen in Südtirol u diese Woche gehts scho wieder jeden Tag zur Schule. Werd mich über Skype melden! Hoffe, deinem Auge geht es schon besser und ich hatte doch sehr gehofft, ein Bild vom Schwellauge zu sehen 😉 Schade.
    Deine Unterkunft sieht ja super aus, verblasst aber ziemlich neben einer fantastisch aussehenden Nadine im Candian Style. War im Kino in Step up 3D. Echt spitze, aber ohne dich nicht das selbe!! Drück dich und denk viel an dich auch wenn ich mich nicht meld! Grüße von Herzen

  • Nadine K. sagt:

    Heiho Heidi!
    Ich habe mir ja echt schon Sorgen gemacht … Bin froh, dass du „nur“ im Freizeitstress bist und dich im Urlaub rumgetrieben hast! Und ich hoffe, jetzt wo die Schule bald wieder losgeht, dass wir das auf Skype bald mal hinbekommen! Sag mir einfach wenn es bei dir passen wuerde – meine „Pausen“ sind flexibel ;o))))
    Schnieff – es laueft Step Up 3D und wir koennen es nicht zusammen ansehen … das muessen wir dann wohl mal auf DVD nachholen – auch wenn es nur 2D sien wird ;o)))) Ich wollte ein Bild machen, vor dem „Emergency Room“ Schild des Krankenhauses stehend, doch leider hatte keiner eine Kamera dabei … oder besser gesagt zum Glueck – meine Mama fuerchtet schon die Baeren und Pumas, wenn sie sich jetzt auch noch ueber die Luftballons in meiner Naehe Gedanken machen muss … ;o)))

    Megaliebe Gruesse, drueck dich zurueck und hoffe wir koennen bald mal telefonieren!
    Nadine

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